Ganderkesee - „Ich mag am liebsten die Sauren“, sagt Milena. „Und ich am liebsten die Süßen“, fügt Neele hinzu. Gemeint ist der Apfel – das beliebteste Obst der Deutschen. Die beiden Mädchen backten am Donnerstag fleißig Apfelkuchen im Jugendzentrum Trend. Denn dort drehte sich beim Apfeltag alles um das gesunde Obst.
Auch im Regionalen Umweltbildungszentrum (RUZ) in Hollen können Kinder seit Ende der Sommerferien regelmäßig auf der Streuobstwiese Äpfel pflücken und daraus selbst Saft herstellen. Die Äpfel seien dabei echte Multitalente, verbessern die Verdauung durch die enthaltenden Ballaststoffe und enthalten Kalium, das gut für den Nerven- und Muskelstoffwechsel ist, berichtet Ökotrophologin Claudia Kay, die das Projekt betreut. Nicht zu vergessen sei der hohe Vitamingehalt.
„Auf unserer Streuobstwiese gibt es viele Sorten, die kaum noch bekannt sind. Hierzu zählen Bäume der Sorte Landsberger Renette, Jakob Lebel oder der Geheimrat Dr. Oldenburg“, so Kay. Das Angebot sei inzwischen sehr nachgefragt, berichtet sie.
Mobile Mosterei
Das können Uwe und Sandra Albers aus Hoykenkamp bestätigen. Mit „Maries mobiler Mosterei“ sind sie in der Region unterwegs. Von Ende August bis Anfang November können Gartenbesitzer ihre Äpfel bei Albers auch direkt zu Hause zu Saft pressen lassen. Schon jetzt haben viele Stammkunden ihre Ernte vorbeigebracht: „Die Äpfel sind früher dran dieses Jahr und auch etwas kleiner“, sagt Uwe Albers. Kinder bis Senioren nutzen das Angebot. „Viele haben bislang ihre Äpfel unterm Baum liegen gelassen und sind ganz überrascht, was man daraus machen kann“, sagt er. Bis zu 70 Prozent Saft, rund 6 bis 7 Liter lassen sich so aus 10 Kilogramm Äpfeln gewinnen.
Die Äpfel im Verkauf des Raiffeisenmarktes in Ganderkesee stammen hingegen aus dem Alten Land. Auch hier kann die eigene Ernte abgegeben werden, die dann eine Auricher Mosterei zu Saft verarbeitet.
In diesem Jahr falle die Ernte in Ganderkesee allerdings im Vergleich zu den vergangenen zwei Jahren schlechter aus, so Marktleiter Maik Seeger. „Nur die alten Bäume tragen richtig gut“, weiß er. Die jüngeren würden häufig nicht richtig beschnitten oder gedüngt. Denn die Pflege sei für den Ertrag wichtig, so Seeger.
Apfelbaum als Geschenk
„Der kleine Landwirt hat mittlerweile noch etwa fünf Bäume“, erklärt er. Sonstige Zulieferer seien Gartenbesitzer. Die hätten vermehrt Zier- und Säulenäpfel im Garten und seien nicht mehr auf Produktion aus. „Der Apfelbaum ist zu einem kleinen Geschenk zur Hölzernen Hochzeit oder zum Einzug geworden.“
Die Hauptverkaufszeit der Apfelbäume sei der Herbst, berichtet Baumschulbesitzer Bernd Horstmann aus Schierbrok. Nach zwei, drei Jahren seien dann erste Erträge zu erwarten. Ältere Sorten wie der Geheimrat Dr. Oldenburg wachsen auf den hiesigen sandigen Böden besser.
