Oldenburg - Max Lindenberg ist hin- und hergerissen: Auf der einen Seite freut sich der Mann aus der Fliegerhorst-Siedlung, dass die BIMA den Verkauf der Siedlung als „Paket“ aufgegeben hat. Das bedeutet, dass viele der Mieter ihr Zuhause nach langem Bangen nun doch kaufen können, obwohl es für die restlichen Häuser noch keinen Käufer gibt. Auf der anderen Seite gibt es bei denen, die Mieter bleiben, Zukunftsängste: „Dass die GSG den Großteil der Häuser nicht kauft, öffnet womöglich die Tür für Immobilienkonzerne, denen es allein um Rendite geht“, sagte Lindenberg der NWZ .

Von den ursprünglich 60 Kaufwilligen sind nach Lindenbergs Angaben etwa 45 übrig geblieben. Einige seien abgesprungen, weil die BIMA – wie bei der GSG – den ursprünglich genannten Kaufpreis aktuell um 17 Prozent angehoben habe. Das bedeute für manche Immobilie eine Preiserhöhung von rund 20 000 Euro. Ein wenig Unmut sei da schon aufgekommen: „Sicherlich sind die Preise in den vergangenen zwei Jahren gestiegen. Aber die Verzögerung des Verkaufs liegt ja an der BIMA, nicht an uns“, sagt Lindenberg. Deswegen hätten die Menschen in der Siedlung die „Oldenburger Lösung“ mit der GSG favorisiert.

Wichtig sei allen Bewohnern, dass die Mischung im Quartier erhalten bleibe: „Hier wohnen viele Ältere bereits seit 50 Jahren, aber auch viele Familien mit kleinen Kindern. Das ist ideal.“

Befürchtet werden unter anderem Mieterhöhungen nach einem Verkauf. „An den Häusern ist lange nichts gemacht worden, da gibt es einen Investitionsstau“, sagt Lindenberg. Viele Mieter befürchten, dass ein neuer Eigner den Stau auflöst, das als Modernisierung deklariert und dann die Mieten erhöht. Lindenberg: „Wir würden uns freuen, wenn der Kaufvertrag der BIMA das ausschließt.“