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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Steinhoff-Anleger fordern zwölf Milliarden Euro

11.08.2018

Tübingen /Westerstede /Johannesburg Der angeschlagene Möbelkonzern Steinhoff kommt nicht aus den Schlagzeilen. Anlegeranwälte wollen das südafrikanisch-deutsche Unternehmen, dessen Wurzeln in Westerstede liegen, sowie Manager und Berater wegen der Bilanzaffäre auf eine Milliardensumme verklagen.

Die auf Kapitalmarktrecht spezialisierte Anwaltskanzlei Tilp aus der Nähe von Tübingen, teilte am Donnerstag mit, dass die südafrikanische Partnerkanzlei LHL jetzt eine Sammelklage vor dem High Court in Johannesburg eingereicht habe. „Das vorläufige Klagevolumen beläuft sich auf ca. 12 Milliarden Euro“, heißt es in der Mitteilung von Tilp.

800 Aktionäre beteiligt

Gegenstand der Sammelklage sind Schadenersatzansprüche von Steinhoff-Aktionären aufgrund von Aktienkäufen seit 2013. Der Hauptvorwurf lautet nach Angaben der Anwaltskanzlei, dass der Konzern und weitere Verantwortliche mehrfach gegen kapitalmarktrechtliche Gesetze verstoßen hätten und die Bilanzen von Steinhoff über Jahre manipuliert worden seien. Die Kanzleien hätten bislang 800 Aktionäre hinter sich.

Verklagt werden nach Angaben von Tilp nicht nur der ums finanzielle Überleben kämpfende Konzern selbst, sondern auch Banken und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, sowie frühere Führungskräfte. Nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ geht es um mehr als 60 Personen und Unternehmen.

Im Zentrum der Klagen stehen der frühere Steinhoff-Chef Markus Jooste, Ex-Finanzchef Ben la Grange und der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende Christo Wiese. Laut „Süddeutscher Zeitung“ sind aber auch Unternehmensgründer Bruno Steinhoff als ehemaliger Aufsichtsrat und dessen Tochter, die auch heute noch dem Kontrollgremium angehört, betroffen.

„Maximaler Druck“

Nach Angaben der Kanzlei prüft das Gericht in Südafrika nun zunächst die Voraussetzungen für eine Sammelklage und bestimmt dann abstrakt den Kreis der Geschädigten. Tilp-Anwalt Maximilian Weiss erhofft sich „maximalen Druck auf die Verantwortlichen des Steinhoff-Skandals“. Man wolle zeigen, „dass es für diese keine rechtsfreien Rückzugsorte gibt“.

Die Aktie von Steinhoff hat einen rasanten Absturz erlebt, seit der Konzern Ende 2017 Bilanzunregelmäßigkeiten eingeräumt hatte. Steinhoff hat seitdem Milliarden an Vermögenswerten abgeschrieben, mit denen die Bilanz aufgebläht worden war. Mehrere Manager, u.a. Jooste, mussten gehen. Firmenverkäufe, etwa der deutschen Billigmöbelkette Poco, und Verhandlungen mit Kreditgebern sollen den Konzern stabilisieren. Kürzlich gewährten Gläubiger Steinhoff drei Jahre mehr Zeit, um ausstehende Schulden zu begleichen.

Jörg Schürmeyer
Redakteur
Wirtschaftsredaktion
Tel:
0441 9988 2041

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