Jever - Ob kleines Schwarzes, bodenlanges raffiniertes Abendkleid oder eleganter Anzug: Für den Ball der Landwirtschaft in Jever hatten sich besonders die Damen mächtig in Schale geworfen. Rund 500 Besucher waren in den Schützenhofsaal gekommen. Hier feierten am Wochenende die Absolventen der Grünen Berufe aus Friesland und umzu ihre Freisprechungsfeier.

Als Auftakt der Ballsaison im Jeverland hat sich dieses Ereignis zum Treffpunkt der friesländischen Landwirtschaft und zu einem ansprechenden gesellschaftlichen Ereignis gemausert. Viele Ehrengäste bekundeten mit dem Ballbesuch ihre Verbundenheit zur friesländischen Landwirtschaft, etwa der stellvertretende Landrat Gustav Zielke, Jevers stellvertretender Bürgermeister Heiko Schönbohm oder Uwe Ralle von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen Nord . Die Lehrkräfte der Berufsbildenden Schulen als zuständiger Fachbereich gehörten ebenso zu den Besuchern und selbstverständlich Vertreter der Ausbildungsbetriebe.

Der friesländische Kreislandwirt Hartmut Seetzen eröffnete den Abend. Seetzen bezeichnete den Berufsabschluss als einen großen Meilenstein für jeden jungen Menschen. „Und das sollte auch gefeiert werden“, sagte er. Zudem stärke so ein gemeinsamer Abend ja bekanntlich den Zusammenhalt und das Wir-Gefühl.

Der Kreislandwirt verglich die jetzigen Berufsabschlüsse mit einer Kreis- oder Bezirksliga und forderte dazu auf, sich für die weiteren Klassenziele vorzubereiten, um auch in den höheren Ligen mitzuwirken zu können. Er riet allen, sich dem Arbeitskreis junger Landwirte in Friesland anzuschließen. „Die Landwirtschaft ist einem ständigen Wandel unterworfen, da müssen sie mithalten“, riet Seetzen den jungen Landwirten und Hauswirtschafterinnen. „Auf den Dörfern gibt es immer weniger Landwirte. Daher werden die persönliche Kontaktpflege und der Aufbau eines Netzwerks für den Einzelnen immer wichtiger“, so Seetzen.

Vor Beginn des Balls fand die Freisprechung der Absolventen aus den Grünen Berufen statt. Anna Hahnke, Ausbildungsberaterin im Bezirk Ostfriesland, betonte bei der Zeugnisvergabe an die acht Hauswirtschafterinnen, dass sie in ihrer Ausbildung mehr als nur kochen oder putzen erlernt hätten – Wirtschaftslehre habe eine hohe Priorität in der Ausbildung. Auch sie empfahl allen den Besuch weiterführender Schulen – denn mit dem demografischen Wandel entwickle sich für die Hauswirtschaft ein breites Arbeitsfeld.


Mit 27 Landwirten, die ihre Lehre abschlossen, erreichten vier Frauen das Ausbildungsziel Landwirtin. Seetzen übergab ihnen die Zeugnisse. Für sehr gute Leistungen bei der Abschlussprüfung zum Landwirt wurde Jannes Oetken mit einem Buchpreis ausgezeichnet. Oetken hielt auch die Abschlussrede.