Tungeln - Sie ist schon ein Hingucker, die Standuhr im Garten von Andreas Görlich aus Tungeln. Inmitten von Feldern, Landhäusern und Wallhecken wirkt sie irgendwie fehl am Platz, strahlt sie doch etwas Urbanes aus – wie ein Großstädter, der sein Glück auf dem Land sucht.
Zur Ruhe gesetzt
Tatsächlich haben auf diese Uhr wohl schon unzählige Menschen geschaut, die beim Famila-Center in Oldenburg-Wechloy einkaufen gingen. Dort stand sie nämlich, bevor sie sich in Tungeln quasi zur Ruhe gesetzt hat.
Andreas Görlich hat die Uhr nach dem Umbau des Einkaufszentrums 2009 ergattern können. „Bis dahin stand sie vor dem alten Haupteingang des Einkaufscenters“, erzählt der 50-Jährige. Weil er damals in der Nähe arbeitete, hatte er die Uhr gesehen und mitnehmen können. „Eigentlich aus Jux und Dollerei“, sagt Görlich.
Zuhause aufgearbeitet
Zu Hause hat er sie dann restauriert und aufbereitet und schließlich im Vorgarten an die Straße gestellt. „Das war ein großer Aufwand“, erinnert sich der Tungelner und erzählt vom Kabelverlegen und Streichen der Uhr. Auch die Beleuchtung durfte da nicht fehlen. Bis kurz vor Mitternacht können Vorbeigehende bei ihm im Vorgarten die Uhrzeit ablesen. „So funktioniert sie quasi auch als Außenbeleuchtung“, erzählt Görlich stolz.
Das technische Know-how hat berufliche Hintergründe. Görlich ist gelernter Kfz-Mechaniker und hat auch einen kleinen Werkschuppen zu Hause – wo noch mehr Uhren hängen. Eine alte Wanduhr und eine andere, die aussieht, als könnte sie in einer Schule gehangen haben. „Und das hier ist die Zentraluhr“, sagt Görlich und deutet auf ein graues Gehäuse an der Wand.
Insgesamt zehn Uhren
Von hier aus können alle seine Uhren eingestellt werden, erklärt der 50-Jährige. Insgesamt habe er zehn Uhren in Haus, Garten und Garage. Die Elektronik hat er selbst in das Gehäuse eingebaut. Allerdings sei ein Einstellen der Uhren nur in Ausnahmefällen nötig, denn die Zentraluhr wird über Funk von der Atomuhr gesteuert, und so laufen Görlichs Uhren ganz von alleine und auf die Sekunde genau. Auch die Sommer- und Winterzeit stelle sich bei allen ganz automatisch ein.
Vom Flohmarkt
Die Uhren kauft er vom Flohmarkt oder zum Teil auch übers Internet – meistens sind es alte Geräte aus Schulen, von Bahnhöfen oder eben von einem Einkaufszentrum. Und die Leute, die vorbeikommen? „Die gucken häufig auf die Uhr und vergleichen die Zeit dann mit der auf ihrer Uhr“, erzählt Görlich. Für viele Kohlfahrten sei die Standuhr bereits zu einem beliebten Treffpunkt geworden.
Selbst trägt der 50-Jährige nie eine Uhr am Handgelenk. Gerade deshalb seien die vielen Uhren in Haus und Garten auch so praktisch. „Man sieht immer, wie spät es ist, und die Uhren laufen alle auf die Sekunde gleichzeitig.“
