Tungeln - Nach der aufsehenerregenden Fällung der vom Borkenkäfer befallenen Fichten auf dem Alten Schießstand in Tungeln, hat es auf Einladung der Gemeinde ein klärendes Vorortgespräch gegeben. Daran teil nahmen Frank Speckmann und Rita Wassermann von der Gemeinde Wardenburg, Dr. Remmer Akkermann, Dr. Horst Witt und Christiane Lehmkuhl von der Biologischen Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems (BSH) und Forstdirektor Hans-Joachim Ehrig und Förster Michael Feiner als Vertreter der Forstbetriebsgemeinschaft.
Es ging vor allem um die Zukunft der Fläche – wie soll sie mit welchen Baumarten bepflanzt werden und welche Aufgabenverteilung wäre denkbar? Zu Beginn des Gesprächs wurden die Positionen der verschiedenen Seiten ausgetauscht. Dabei wurde klar, dass hierbei keine Einigung möglich war, es drohte kurzzeitig sogar der Abbruch des Gesprächs. Während Gemeinde und Forstbetriebsgemeinschaft davon sprachen, nach § 13 des Niedersächsischen Waldgesetzes zur Fällung verpflichtet gewesen zu sein, betonte die BSH, dass sie im Sinne der damit konkurrierenden Naturschutzgesetzgebung (darin wird in § 1 die „Schönheit“ der Landschaft als Schutzwert betont), der Waldpädagogik und Kurzzeiterholung der Wardenburger Bevölkerung argumentiere.
BSH und Gemeinde bestätigen: Die Gesprächspartner waren sich schließlich einig, dass die künftigen Maßnahmen eng miteinander abgestimmt werden, sie sich mindestens einmal jährlich und nach Vereinbarung treffen, um den Fortschritt der Bepflanzung mit standortheimischen Laub- und Nadelbaumarten zu besprechen und weitere Handlungsübereinkommen zu treffen.
Der Naturerlebnispfad wird – soweit in Mitleidenschaft gezogen – wiederhergestellt und auf die Erholungswirksamkeit und das Naturerleben für alle Besucher geachtet. Die Details müssen aber zunächst noch in den Gremien des Rates vorgestellt und beschlossen werden. Entscheidend ist, dass nun nach vorn gesehen wird und ein erlebnisreicher, auch dem Klimaschutz dienender kleiner Mischwald wiederersteht und zum Verweilen und Informieren einlädt.
