Burhave - Mit der Wetterdienstplakette wurde jetzt Heinrich-Wilhelm Francksen ausgezeichnet. Damit würdigte der Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Alexander Dobrinth, die über 25-jährige ehrenamtliche Mitarbeit des Burhavers, der an diesem Sonnabend 79 Jahre alt wird, im Beobachtungsdienst des Deutschen Wetterdienstes.
Heinrich-Wilhelm Francksen betreut die in Burhave eingerichtete Niederschlagsstation des Deutschen Wetterdienstes seit dem 1. November 1988 und damit in der dritten Generation. Bereits ab 1946 waren zunächst sein Großvater Heinrich Francksen, damaliger Bürgermeister der Gemeinde, in Ruhwarden und danach dessen Sohn Wilhelm Francksen in Großfedderwarden ehrenamtlich für den Deutschen Wetterdienst tätig.
Als Landwirt sei man sehr auf das Wetter angewiesen und habe daher ein großes Interesse an verlässlichen Daten, begründet Heinrich-Wilhelm Francksen seine Motivation und auch die seiner familiären Vorgänger, für den Wetterdienst tätig zu sein.
In den zurückliegenden mehr als 25 Jahren hat der Burhaver Tag für Tag – auch sonn- und feiertags – mehr als 9000 Niederschlagsmessungen vorgenommen und während der Winterzeit auch die Schneehöhen bestimmt. Darüber hinaus wurden andere Wettererscheinungen wie zum Beispiel Gewitter, Nebel, Glatteis und Tau von ihm mit den Zeiten des Auftretens in einem meteorologischen Tagebuch vermerkt.
Nachbarschaftliche Hilfe
Unterstützt wurde Heinrich-Wilhelm Francksen in all den Jahren durch seine Ehefrau Erika, die im vergangenen Jahr verstarb. In Urlaubszeiten oder im Krankheitsfall, nahm und nimmt Nachbar Erich Plümer die Pflichten des Wetterbeobachters wahr.
„Auch im Zeitalter modernster Techniken mit Satelliten- und Radarsondierungen der Atmosphäre, computergestützten Vorhersageverfahren und mehr tragen die ehrenamtlichen Beobachter ganz wesentlich zu einer flächenmäßigen Verdichtung der meteorologischen Datengewinnung bei“, hob Jörg Deuber die Bedeutung der ehrenamtlichen Tätigkeit der Wetterbeobachter hervor.
Der Mitarbeiter der Regionalen Messnetzgruppe (RMG) Hamburg des Deutschen Wetterdienstes nahm die Ehrung von Heinrich-Wilhelm Francksen vor, verbunden mit dem Dank des Präsidenten des Deutschen Wetterdienstes.
In der Bundesrepublik gibt es etwa 500 nebenamtliche Klimastationen und 3500 Niederschlagsstationen. Hinzu kommen 2000 sogenannte „phänologische Beobachter“, zu deren Hauptaufgabe die Meldung der Eintrittsdaten bestimmter Vegetationsphasen ausgesuchter Pflanzen gehört, erläuterte Jörg Deuber.
Vielfältige Aufgaben
Allein die dort tätigen Mitarbeiter können das umfangreiche Beobachtungsmaterial liefern, dass Grundlage für die vielfältigen Aufgaben des Klimadienstes bildet. Der Anwendungsbereich klimatologischer Daten und Erkenntnisse ist weit gefächert: Industrie und Technik, Verkehr, Land- und Wasserwirtschaft, Gesundheitswesen und Erholung, Landes- und Regionalplanung sind Nutznießer des Datenmaterials. Hinzu kommen Auskünfte und Gutachten über vergangenes Wetter für Gerichte, Versicherungen und andere Interessenten.
Es sei das große Verdienst von Heinrich-Wilhelm Francksen, an dieser dem Allgemeinwohl dienenden Aufgabe, mitzuwirken. Dass wird der Burhave trotz seines hohen Alters auch weiterhin tun, zumal ein Nachfolger, in und auch außerhalb der Familie, nicht in Sicht ist. Und nicht nur das: Statt der monatlichen Zusendung des meteorologischen Tagesbuchs wird Heinrich-Wilhelm Francksen seine Messungen und Beobachtungen künftig täglich dem Deutschen Wetterdienst mit Hilfe eines PC-Programms übermitteln.
