Kartzfehn - Scheitert der Verkauf des Putenvermehrers Moorgut Kartzfehn von Kameke GmbH & Co. KG durch die Familie von Kameke an die britische Aviagen Turkeys Ltd. noch? Die NWZ hatte in der Mittwochsausgabe berichtet, das Bundeskartellamt habe grünes Licht für die Übernahme gegeben. So sah es bis zum Dienstagabend auch aus. Aber in letzter Minute wurde die Anmeldung zurückgenommen.

Wenn nicht innerhalb eines Monats wegen wettbewerbsrechtlicher Probleme ein Hauptverfahren eingeleitet wird, gilt der Antrag als genehmigt. Das ist in den meisten Fällen, die das Bundeskartellamt behandelt, auch so. Diese Frist lief am Dienstagabend ab. Bundeskartellamts-Pressesprecher Kay Weidner sagte, „die Beteiligten“ hätten den Antrag zurückgenommen. „Wir können nur bestätigen, dass der Antrag zurückgenommen wurde“, sagte dazu Birgit Krüger von der Kartellbehörde. Wer tätig war, dürfe aus Gründen des Geschäftsgeheimnisses nicht berichtet werden. Auf jeden Fall sei immer der Erwerber – also in diesem Fall die Aviagen Turkeys – dabei.

Beim Moorgut Kartzfehn stieß die Entwicklung auf Überraschung. „Unsere Seite hat den Antrag nicht zurückgenommen“, so Pressesprecher Thorsten Mahlstedt auf Nachfrage.

Ein Pressesprecher der Visbeker EW-Group, zu dem die Aviagen Turkeys Ltd. gehört, wollte sich auf Anfrage nicht äußern. „Zu laufenden Verfahren nehmen wir keine Stellung.“ Das Verfahren B 2 74/17 ist jedenfalls nun offiziell beendet, ohne das eine Entscheidung getroffen wurde.

Anfang der Woche sickerte durch, dass die polnische Kartellbehörde das Verfahren zur Prüfung des Eigentümerwechsels beim Moorgut Kartzfehn angehalten hatte und damit auch weiterhin prüfen wird.