Oldenburg - „Ein noch nie dagewesenes Ereignis in der Messe-Geschichte der Stadt“ versprechen die Organisatoren der „Mein Tier 2016“: Auf der 22. Schau rund um Haus-, Nutz- und Wildtiere in den Weser-Ems-Hallen dürfen die Besucher aller Voraussicht nach rund 20 neue Erdenbewohner begrüßen – und zwar winzige, flauschige Küken. Ob das Vorhaben gelingt, zeigt sich am kommenden Wochenende auf dem 3000 Quadratmeter großen Bauernhof-Areal in der Messehalle.
Jan Christian Laumen und seine Vereinskollegen von „Haar und Feder e.V.“ bauen dort einen Brüter auf, den sie Mitte Oktober mit 40 Eiern bestückt hatten. Eine Garantie für Nachwuchs gibt es zwar nicht, schließlich dreht sich hier alles um das Wunder der Geburt. „Doch normalerweise dauert es 21 Tage, bis Küken schlüpfen – insofern müsste es exakt auf der Messe so weit sein“, rechnet Laumen vor.
Hühner-Haltung im Trend
Sind die Besucher zur rechten Zeit am rechten Ort, können sie durch ein Fenster sehen, wie im Brüter die Schale knackt. Kurz darauf wird jedes kleine, gelbe Etwas mit fachkundiger Hand in ein Gehege gesetzt, wo es unter Rotlicht erste Schrittchen macht. Und nach der Messe geht es für die Messe-Küken zum Züchter, der sie per Hand aufzieht. „Sie werden hinterher ein tolles Leben haben“, verspricht „Mein Tier“-Projektleiterin Sonja Hobbie.
Für die Live-Geburt-Aktion gibt es einen ernstzunehmenden Hintergrund: „Umfragen zeigen, dass sich immer mehr Menschen daheim Hühner halten“, erläutert Hobbie. Bei einem solchen Trend sei es besonders wichtig, Aufklärung zu betreiben. „Vor dem Tierkauf muss immer die Information stehen.“ Dafür eigne sich eine überregional bekannte Messe ideal.
Auf dem Messe-Bauernhof wohnen neben den (hoffentlich) frischgeschlüpften Küken auch Enten, Hühner, Ziegen oder Rinder. Dazu putzig dreinschauende Alpakas, prächtige Truthähne, stattliche Greifvögel und zum ersten Mal Emus. Fünf oder sechs der Laufvögel aus einer 40-köpfigen Herde sind vor Ort. „1,60 bis 1,90 Meter groß, 30 bis 45 Kilogramm schwer und bis zu 50 km/h schnell“, informiert Jan Christian Laumen. „Anschauen ist Pflicht – aber lieber nicht streicheln.“
Der Landesschaftzuchtverband stellt vom Aussterben bedrohte Rassen vor. Eine Spinnerin gibt Auskunft über die Tiere und zeigt eine Auswahl an Qualitätsprodukten aus Wolle.
Pferde in Messehalle
Hinter einer thematisch passenden Trennwand schließt sich in der Messehalle die „Pferdewelt“ an, die einen „perfekten Querschnitt durch den Reitsport bietet“, kündigt Swenja Kanna vom Projektteam an. Auf dem Programm stehen 40 Showauftritte mit 50 Pferden aus elf Ländern, darunter Knabstrupper (Dänemark) und Andalusier (Spanien), Quarter Horses (USA) und Shetland Ponys (Großbritannien). „Die Bandbreite reicht vom 1000 Kilo schweren Shire Horse Leonardo bis zu unserem kleinen, schlauen Shetty Joschi“, erläutert Yves Onken.
Der Mitorganisator freut sich unter anderem auf eine „poppige und fetzige Show“ einer Sandkruger Voltigiergruppe. Ebenso auf eine „Mein-Tier“-Premiere, bei der die „Vereinigung der Freizeitreiter und -fahrer in Deutschland“ mit je vier Pferden und Hunden die Arbeit mit Reitbegleithunden vorstellt. Ferner werden deutsche Reitponys der „Horse Ranch“ (Bösel), auf deren Rücken aus Disney-Filmen bekannte „Minions“-Figuren sitzen werden, erwartet.
