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Studentenwerk Oldenburg warnt Durch Studienkredit in Schuldenfalle: „Die Fälle werden immer krasser“

„Anfangs habe ich noch gedacht, dass es sich um ein paar Einzelfälle handelt. Aber die Fälle werden immer krasser“: Jens Müller-Sigl ist Berater beim Studentenwerk Oldenburg.

„Anfangs habe ich noch gedacht, dass es sich um ein paar Einzelfälle handelt. Aber die Fälle werden immer krasser“: Jens Müller-Sigl ist Berater beim Studentenwerk Oldenburg.

Archiv/Torsten von Reeken

Oldenburg - Eine alleinerziehende Studentin aus Oldenburg ist überschuldet, weil sie die Raten für ihren Studienkredit nicht mehr bedienen kann. Für ein Darlehen in Höhe von rund 41 500 Euro wird sie über die nächsten 25 Jahre hinweg mehr als 91 000 Euro zurückzahlen müssen. Ein iranischer Student kann die Zinsen trotz eines vergüteten Praktikums in Vollzeit und eines Nebenjobs nur stemmen, indem er seine Kreditkarte überzieht.

Keine Einzelfälle

„Anfangs habe ich noch gedacht, dass es sich um ein paar Einzelfälle handelt. Aber die Fälle werden immer krasser“, sagt Jens Müller-Sigl. Er ist Berater beim Studentenwerk Oldenburg, das auch mit Büros in Emden und Wilhelmshaven vertreten ist. Manchen Studenten konnte er nicht anders helfen, als sie zur Schuldnerberatung zu schicken.

Die Studienkredite der staatlichen Förderbank KfW sind deshalb so teuer geworden, weil sie variabel verzinst sind. Im April erreichte der Zinssatz mit rund 7,82 Prozent einen historischen Höchststand. Dabei hatte das Bundesministerium für Bildung den Kredit in der Corona-Pandemie vorübergehend zinsfrei gestellt und für internationale Studenten geöffnet. Viele von ihnen hatten während der Lockdowns ihre Jobs verloren. „Der KfW-Kredit war für viele ein Rettungsanker, der sich nun gegen sie wendet“, kritisiert die Arbeitsgemeinschaft Sozialberatung der Studentenwerke in den Bundesländern Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein.

Vor der Pandemie hatte der Zinssatz, der alle sechs Monate angepasst wird, noch bei 3,95 Prozent gelegen. Direkt im Anschluss an die zinsfreie Phase stieg er auf über sechs Prozent. Das war im vergangenen Oktober. Wie sich der Zinssatz genau zusammensetzt, sei für Außenstehende nicht zu erkennen, sagt Müller-Sigl. Die KfW verweist auf Nachfrage auf den sechsmonatigen Euribor als Referenzwert. Dabei handelt es sich um die durchschnittlichen Konditionen, zu denen sich europäische Banken gegenseitig Geld leihen. Dieser pendelte zuletzt um die vier Prozent.

Das sagt die Förderbank

Darauf schlägt die Förderbank nochmals so viel, um nach eigenen Angaben ihre Kosten einzupreisen. Sie erziele mit dem Studienkredit keinen Gewinn, betont die Bank. Sie müsse aber kostendeckend arbeiten und stelle den Kredit aus eigenen Mitteln bereit.


Die AG Sozialberatung der Studentenwerke fordert nun einen raschen politischen Eingriff. Die Zinsen müssten gesenkt und gedeckelt werden. Bei Härtefällen fordert sie bereits für die Karenzzeit die Option auf Stundungen.

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