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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Agrar: Regional ist das neue Bio bei Kartoffeln

15.09.2020

Uelzen Die Rote Emmalie ist die Lieblingskartoffel von Karsten Ellenberg. „Sie hat ein klasse Aroma, ist länglich elegant in der Form, ertragreich und schmeckt angenehm mild“, schwärmt der Bio-Landwirt aus Barum bei Uelzen in Niedersachsen. Zusätzlich sei der Vitamingehalt der Knolle, die nach der Oma des 57-Jährigen benannt ist, und der Anteil der dunklen Pflanzenfarbstoffe Anthocyane wie in Rote Beete, Rotkohl und Rotwein hoch.

Fünf bis sechs Rollis

Ellenberg sucht alte Kartoffelsorten, züchtet sie und liegt mit der Vielfalt seines Angebots von 35 Sorten im Trend der Zeit. Richtig eingestiegen in die Züchtung ist der Niedersachse vor 15 Jahren, als er sich von der weltgrößten Kartoffel-Genbank in Peru drei Sorten schicken ließ. „Nicht einmal ein Kilo Pflänzchen kosteten tausend Dollar, aber es hat sich gelohnt“, berichtet er. Seitdem gehen fünf bis sechs Rollis der Post jeden Tag auf die Reise, randvoll mit Kartoffel-Paketen nach ganz Europa, zudem biegen fast im Minutentakt die Autos auf den Hof. „Regional ist das neue Bio“, bestätigt Sohn und Marketingexperte Julius. Bio-Landwirte mit Direktvermarktung gehören zu den Gewinnern der Corona-Einschränkungen. Etwa 20 Prozent Umsatzsteigerung verzeichne der Betrieb seit Beginn der Pandemie, auch wenn im Frühjahr nur Kunden aus Niedersachsen den Weg in den gut gekühlten kleinen Laden fanden. Inzwischen kommen auch wieder die Touristen der Lüneburger Heide vorbei. „Die Tendenz kann ich bestätigen. In der Direktvermarktung ist deutlich erkennbar, dass der Verbraucher mehr auf Regionalität achtet“, sagt Sprecherin Sonja Markgraf vom Landvolk Niedersachsen.

Am Straßenstand oder im Hofladen sei es ruhiger als im Supermarkt. Besonders beliebt sei auch das Erlebnis des Selbstpflückens wie bei Erdbeeren gewesen. „Das war schon vor Corona erkennbar, aber es hat sich verstärkt. Die Menschen wollen frische, regional angebaute Produkte und keinen Apfel, der um die halbe Welt geflogen ist.“ Konventionellen Landwirten, die Industriekartoffeln für Pommes anbauen, ist wegen der coronabedingt leidenden Gastronomie zum Großteil der Markt weggebrochen.

Sorten für den Norden

Karsten Ellenberg will vitalere Sorten für den Norden hervorbringen. „Das nasse 2017 war ein Katastrophenjahr und die Extreme gehen weiter“, berichtet er aus seiner langjährigen Erfahrung.

Sein Ziel: Kartoffeln zu entwickeln, die resistent gegen die Krautfäule sind. Die gelbe Heidemarie kann den Pilz inzwischen gut ab, sie stört auch der Regen nicht. Um die beliebte und wegen eines abgelaufenen Patents schon einmal bedrohte Linda macht er sich für die Zukunft Sorgen – sie mag die Nässe nicht.

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