„Uhlhornsweg“, welch wohlklingender, schöner Name, der eine Brücke schlägt zu den Wurzeln unserer europäischen Kultur. Die Eule, Sinnbild der Weisheit und Klugheit, ist der Vogel der als Stadtgöttin und Beschützerin aller Wissenschaft verehrten Athene.
Uhlhorn bedeutet Eulenwinkel, aus dem Dialekt Oldenburgs der lingua saxonica übersetzt.
Gibt es eine sinnfälligere Ortsbezeichnung für die Universität ? Dieser plattdeutsche Straßenname, dazu noch mit soviel Sinnfälligkeit, ist eine Zierde für die Stadt Oldenburg und die Universität, auch wenn er an den Namen des ersten Siedlers „da draußen“ erinnert.
Für Karl Jaspers stünden andere Örtlichkeiten zur Verfügung.
Ich meine, grundsätzlich sollte man in der Politik sehr zurückhaltend mit der Umbenennung von Straßen umgehen. Dafür gibt es neben ideellen Gründen – schließlich sind manche Straßennamen auch Teil der Identität eines Stadtteils – genug praktische Gründe.
Alle Anwohner werden dadurch belastet, müssen die offiziellen Dokumente, Briefbögen, ihre gespeicherten Kundenadressen etc. ändern und Zeit und Geld hierein investieren. Für Firmen und Institutionen wird es dann richtig teuer, denn sie können nicht mit altem Briefpapier oder veralteten Homepages, Mustern, Visitenkarten, usw. arbeiten.
Den Uhlhornsweg umbenennen? Da frage ich mich schon, wie viel Geld das für die Firmen und Institute mit entsprechender Hausadresse verschlingen würde, darunter auch Steuergelder.
Bei einer Finanzierungslücke von knapp zehn Millionen im Haushalt der Stadt sollte Oldenburg meines Erachtens Straßenumbenennungen einfach mal lassen.
