Hude - Jetzt liegen die konkreten Zahlen für den schon lange diskutierten Ausbau des Kreuzungsbereichs Vielstedter Straße/Hohe Straße/Burgstraße mit dem Bau einer separaten Bahnunterführung für Fußgänger und Radfahrer vor. Zwei Varianten wurden von Vertretern des beauftragten Planungsbüros vorgestellt. Sie differieren, was die Kosten angeht, lediglich um 30 000 Euro. Variante I kostet 1,305 Millionen Euro, Variante II 1,335 Millionen Euro.

Variante I sieht einen Umbau der Burgstraße sowie ein separates Tunnelbauwerk als Bahnunterführung mit einem drei Meter breiten Geh- und Radweg vor. Variante II unterscheidet sich nur dadurch von Variante I, dass die Zufahrt zum Fachmarktzentrum an der Burgstraße um etwa 33 Meter Richtung Osten verlegt wird, um die Abbiegespuren auf der Burgstraße entsprechend zu verlängern. Bei Variante I können auf der Linksabbiegespur aus der Burgstraße Richtung Ortsmitte nur zwei bis drei Pkw stehen, bei Variante II sind es immerhin fünf. In beide Varianten ist auch eine Optimierung der Ampelschaltung für 19 000 Euro eingerechnet worden.

Neben Vertretern des Fachbüros waren auch Vertreter des Landkreises Oldenburg) und Vertreter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr bei der Sitzung des Ausschusses für Gemeindeentwicklung und Umwelt anwesend und beantworteten Fragen.

Dieter Hahn vom Landkreis betonte auf Nachfrage, dass für die Jahre 2017/2018 von Seiten der Kreisverwaltung Mittel für die Baumaßnahme Huder Tunnelbauwerk in den Finanzplan eingestellt seien. Für die Nebenanlagen müsse die Gemeinde aufkommen. Darüber gebe es eine entsprechende Vereinbarung. Das Tunnelbauwerk ist mit 934 000 Euro der größte Brocken in den Gesamtkosten von 1,3 Millionen Euro.

„Angenehm überrascht“ zeigte sich Ralf Schepker (SPD) von dem jetzt vorliegenden Zahlenwerk. Das liege im Rahmen der ersten Gesamtkostenschätzung. Das Vorhaben verbessere auf jeden Fall die Verkehrssituation.


Als wichtige Präventivmaßnahme für die Sicherheit des Schulwegs der Kinder sieht auch Bürgermeister Axel Jahnz das Projekt. Er übte Kritik an Horst Linnemann (CDU), der erneut versuchte, die Frage nach den Kosten und dem Nutzen der „kleinen Lösung“ zu stellen.

Bekanntlich hat der Gemeinderat sich mit seinem Beschluss für die kleine Lösung an das Ergebnis einer Bürgerbefragung gehalten. Darauf wies Fachbereichsleiterin Martina Schneider hin.

Bürgermeister Axel Jahnz zeigte sich angesichts der Linnemann-Kritik verärgert. Er habe keine Lust mehr, wiederkehrende Diskussionen zu führen. Es gehe bei dem Projekt um vernünftige Verkehrssicherung. „Mir ist es das wert“, so Jahnz. „Wir sollten einfach mal Beschlüsse fassen und nicht wieder von vorn anfangen“, forderte Jahnz.

Birte Wachtendorf (Grüne) freute sich jedenfalls, dass mit den präsentierten Zahlen „endlich einmal die Fakten auf dem Tisch liegen“. Die Politik sollte jetzt zügig Entscheidungen herbeiführen. Bis jetzt hätten die Bürger schon viel Geduld haben müssen. Und es sei schwierig, den Bürgern klar zu machen, dass es „noch so lange dauert“. Immerhin: Im Jahr 2017 könnte endlich Baubeginn sein. Schon nach der Sommerpause ist eine Bürgerversammlung geplant, in der die endgültigen Pläne vorgestellt werden sollen. Ausschussvorsitzende Ulrike Janz-Janzen bat die Fraktionen deshalb, die jetzt vorliegenden Entwürfe zeitnah zu diskutieren.

Parallel ist auch darüber zu befinden, ob der äußerst schmale Geh- und Radweg an der Burgstraße bis zum Vielstedter Kirchweg in einer Breite von 3 Metern fortgeführt werden soll. Das kostet 140 000 Euro zusätzlich.

Klaus Derke
Klaus Derke Redaktion Hude