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berichtete). Dagegen erklärte MUT-Vorsitzender Wilfried Papenhusen: „Laut einem Bericht des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung wurden in der Hühnermast in 72 Prozent der untersuchten Durchgänge Antibiotika verabreicht. Damit sind Antibiotika gaben nicht die Ausnahme, sondern die Regel!“„Ohne Antibiotika funktioniert das System der Massentierhaltung nicht“, zitierte Papenhusen Dr. Sabine Petermann vom Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves). Wie das Bündnis MUT weiter ausführt, gebe es im Naturpark Wildeshauser Geest mittlerweile mehr als zehn Millionen Tierplätze für Geflügel. „Diese Plätze sind Mitverursacher von Antibiotika-Skandalen, Luftverschmutzung durch ungefilterte Abluft aus Mastställen, Verstöße gegen den Gewässerschutz, überflüssige Tierquälerei etc.. Diese sehr realen Gefährdungen von Mensch und Umwelt lassen sich nicht einfach wegdiskutieren“, so Papenhusen im Namen seiner Vereinigung. Und: „Weitere unglaubliche 1 530 000 Stallplätze allein für Geflügel sind im Landkreis Oldenburg im Genehmigungsverfahren, um den Nachschub für die mit Steuermitteln stark subventionierten Fleischfabriken sicherzustellen.“
Angesichts des Wettbewerbsdrucks sei „ein gesunder Tierbestand mit 24 Masthühnern auf einem Quadratmeter schwerlich zu realisieren“, meint MUT. Das Bündnis fordert, im Interesse der Tiergesundheit ohne Antibiotika die Besatzdichte zu halbieren und im Interesse der ländlichen Bevölkerung die Großställe mit Abluftfiltern auszustatten.
