Oldenburg/Bremen
/lni
– Mit Beginn der kalten Jahreszeit werden landesweit vor vielen Restaurants und Gaststätten wieder wärmende Heizpilze vor die Tür gestellt. Die Propangas verschlingenden Geräte belasten durch einen hohen Kohlendioxidausstoß die Umwelt. Sie sind Klimaschützern und einigen Stadtvätern ein Dorn im Auge. Doch Verbote gibt es bisher kaum, ergab eine Umfrage. Nur in Hannover und Lüneburg dürfen Wirte keine Gasstrahler im Freien betreiben.„Die anfängliche Flut von Heizpilzen ist stark zurückgegangen“, sagte Hans Jürgen Ahlmann vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) Weser-Ems.
So sieht es auch seine Kollegin Sabine Heuer in Göttingen: „Viele Wirte haben die Nutzung der Heizpilze eingestellt, weil sie zu teuer in der Bewirtschaftung waren.“ Auch in Braunschweig, Wolfsburg, Hameln und Goslar gibt es keine Probleme. Die Geräte seien „nicht prägend für das Stadtbild“, meinte die Verwaltungssprecherin in Goslar, Susanne Roßdeutscher.
Ein Heizpilz setzt bei einer durchschnittlichen Betriebsdauer von 36 Stunden in der Woche jährlich bis zu vier Tonnen CO2 frei. Das entspricht dem Ausstoß eines Neuwagens, der 20 000 Kilometer im Jahr fährt. „Außenheizungen sind energetisch gesehen ausgesprochen ineffizient“, heißt es beim Pforzheimer Umweltschutzamt.
Eine Auffassung, die das Umweltbundesamt (UBA) begrüßt. „Das Beheizen von Außenflächen ist in Zeiten des intensiven Klimaschutzes überholt“, sagt Energiefachmann Jens Schuberth. „Schon die Idee, die Straße zu beheizen, ist widersinnig.“
Der Dehoga appelliert nach Angaben Ahlmanns seit Monaten unter anderen in Fachmagazinen an die Gastwirte, auf Heizstrahler zu verzichten. „Wir weisen auf die Gefahr von Umweltschädigungen hin, aber auch auf die hohen Kosten.“ Das Geld könne man mit dem Umsatz gar nicht wieder reinholen. Schon allein deshalb würden viele Gastwirte auf die Geräte verzichten, sagte Ahlmann. Seiner Meinung nach hat vor allem das Rauchverbot stark mit dem Einsatz der Strahler im Winter zu tun. Viele Kneipen- und Cafe-Besitzer wollten damit Rauchern eine Möglichkeit bieten, eine Zigarette vor der Tür zu qualmen.
In Hannover, wo seit November vergangenen Jahres wegen des hohen Kohlendioxid-Ausstoßes ein Verbot für Heizpilze gilt, weichen die Gastwirte inzwischen auf andere Geräte wie Elektrostrahler oder Quarzlampen aus. „Die Gäste wollen es nur warm haben“, sagte Dehoga-Geschäftsführerin Kirsten Jordan. Die Stadt Lüneburg hat ebenfalls die Strahler verboten. „Die Heizpilze lehnen wir aus ökologischen Gründen ab“, sagte Stadtsprecher Daniel Steinmeier. Auf Privatgrundstücken könnten die Strahler aber weiter betrieben werden.
In Bremen appelliert die Landesregierung an alle Gastwirte, auf Heizpilze zu verzichten. „Wir beobachten die mit Argusaugen“, sagte der Sprecher der Umweltbehörde, Michael Ortmanns.
