Neerstedt - Ein Ehemaligentreffen in der Fachklinik Oldenburg Land in Neerstedt wird es im kommenden Jahr mit Sicherheit noch geben. Für 2016 geht Chefarzt Dr. Wolfgang Schmidt davon aus, dass die neue Suchtklinik für alkohol- und medikamentenabhängige Patienten in Oldenburg eröffnet wird. Wie berichtet, hat das Diakonische Werk Oldenburg für den Fall angekündigt, die beiden jetzigen Standorte an der Neerstedter Straße in Neerstedt und an der Ofener Straße in Oldenburg schließen zu wollen.

Was dann aus der Einrichtung in Neerstedt wird, wusste Schmidt am Sonnabend beim Tag der Ehemaligen auch noch nicht. „Ich hoffe, dass dies eine soziale Einrichtung bleibt“, sagte er und erläuterte die Gründe für die Zentralisierung in Oldenburg. „Die Vorgaben kommen von der Deutschen Rentenversicherung. Sie sehen eine bestimmte Ausstattung, eine bestimmte Anzahl von Fachleuten und eine zentrale Lage mit guter Infrastruktur vor.“ Für die neue Suchtklinik seien 100 Plätze mit 80 Betten vorgesehen. Die Therapie erfolge ambulant ganztätig sowie stationär.

Derzeit hat die Fachklinik Oldenburger Land laut Schmidt 74 Betten, davon 48 in Neerstedt, wo sich auch die Verwaltung befindet. Die Behandlung in Neerstedt ist nur stationär. Der Aufenthalt beträgt maximal vier Monate. Danach folgt anderweitig eine ambulante Weiterbehandlung.

Am Sonnabend kamen immer wieder Gäste auf Wolfgang Schmidt zu und erzählten von ihrem weiteren Werdegang nach der Therapie in der Fachklinik. „Beim Ehemaligentreffen geht nicht nur um ein Wiedersehen alter Patienten, sondern auch darum, dass die derzeitigen Bewohner sehen, dass es ein Leben ohne Sucht gibt, dass man zufrieden sein kann ohne Suchtmittel“, erklärte der Chefarzt, der seit 30 Jahren die Fachklinik leitet. Die Scheune auf dem parkähnlichen Gelände war als Cafeteria bunt geschmückt, mit Planwagen wurden Ausfahrten angeboten, der Seemann’s Chor Oldenburg unterhielt mit Shantys.

Schmidt betonte, dass es bei der Therapie nicht um eine Krankenbehandlung ginge, sondern um eine Reha-Behandlung. „Unser Auftrag der Rentenversicherung ist es, das Leistungsvermögen der Patienten für den ersten Arbeitsmarkt wieder herzustellen.“ Und: Die Alkoholreha sei die erfolgreichste aller Rehaformen überhaupt.


Die meisten Patienten der Fachklinik sind Männer im Altern von 30 bis 50 Jahren. Sie kommen überwiegend aus der Region. Bundesweiten Zulauf habe die Klinik bei gehörlosen und schwersthörigen Patienten sowie bei Suchtpatienten, die lernbehindert sind.

Christoph Koopmeiners Redaktion Cloppenburg