Cloppenburg - Fassungslos stehen die Mädchen und Jungen des Cloppenburger Waldkindergartens am Freitagmorgen mit ihren Eltern und den beiden Erzieherinnen Monika Schlichting und Kerstin Deeken vor ihrem Domizil in den Bührener Tannen. Unbekannte Vandalen haben offenbar in der Nacht zuvor ihren Bauwagen, die Forscherstation und den dazugehörigen Garten so gründlich verwüstet, dass alle Beteiligten gar nicht wissen, wo sie mit dem Aufräumen anfangen sollen.

Die dünnen Kunststoff-Scheiben am Außenpavillon sind zerrissen, die Zäune rund um den Bauwagen aus ihrer Verankerung gerissen, im Garten Tische umgeworfen und Abschiedsgeschenke von ehemaligen Waldkindern zerstört worden. Auf dem Waldweg liegt ein zerbrochener Spiegel. „Jetzt können wir uns gar nicht mehr angucken“, sagt der kleine Marten traurig.

Seine Kindergarten-Freunde haben sich derweil auf einen nahe gelegenen Hügel zum Frühstücken zurückgezogen. „Jetzt haben sich die Kinder einigermaßen wieder beruhigt, sie können gar nicht verstehen, dass jemand ihren Platz kaputtgemacht hat“, berichtet Schlichting.

Mit roher Gewalt haben die unbekannten Täter auch versucht, sich Zugang zu dem Bauwagen zu verschaffen. Die Tür ist total verbogen und muss schnell ersetzt werden, damit nicht Mäuse und anderes Ungeziefer in den Wagen laufen können. Gestohlen worden ist offenbar nichts, trotzdem haben die Erzieherinnen die Polizei gerufen.

Ebenfalls um Unterstützung gebeten haben Schlichting und Deeken die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs. Sie sollen vor allem helfen, den Zaun wiederaufzurichten. Außerdem sollen sie die neue Tür bringen und einbauen.

In den vergangenen Jahren ist der Waldkindergarten von Vandalismus weitgehend verschont geblieben – auch weil viele Stammjogger und -spaziergänger nach dem Rechten geschaut haben. Dass es allerdings Leute gibt, die mitten in der Nacht in den Wald fahren, um Kindern ihren Spielplatz zu zerstören, damit hätte man nicht rechnen können.

Carsten Mensing
Carsten Mensing Redaktion Münsterland