Ganderkesee/Immer - „Runder Tisch Natur“ – dieser Begriff steht in Ganderkesee für einen Kreis aus Naturschützern, Jägern, Landwirten sowie Vertretern von Politik und Verwaltung. Dass der Begriff auch für Zusammenarbeit steht, war am Mittwoch in der Nähe des Landheims Immer zu erleben: Naturschützer hatten darauf aufmerksam gemacht, dass ein Feuchtgebiet gepflegt werden müsse – was dann von Landwirt Heinke Bellers unbürokratisch erledigt wurde.
Bei dem etwa zehn Hektar großen Grundstück handelt es sich um eine Liegenschaft der evangelischen Kirche. Die Gemeinde, so berichtete Dr. Klaus Handke (Fuhrenkamp-Schutzverein), habe hier im Zuge eines Kleingewässer-Programms ein stehendes, etwa 5000 Quadratmeter großes Gewässer angelegt, um insbesondere Amphibien- und Libellenvorkommen zu fördern.
Nur: Weil des Gelände länger nicht gepflegt worden war, hatten sich Pionierbaumarten wie Birke und Weide sowie Büsche angesiedelt. Durch diesen Bewuchs komme es zu einer zunehmenden Verschattung und zu Laubeintrag, so Handke. Um die Wertigkeit des Areals für Amphibien und Libellen zu erhalten, sei eine Pflege notwendig – doch gebe es keine Institution, die diese Pflege bewerkstelligt.
Vor diesem Hintergrund wandten sich Naturschützer bei einem Treffen des Runden Tischs Natur an Landwirte. Dort sei man der Bitte um ein Eingreifen gerne nachgekommen, „da es aus unserer Sicht absolut wichtig ist, dass wir als Berufsverband im Einklang mit der Natur leben“, so Onno Osterloh.
Vor 14 Tagen habe man sich vor Ort getroffen, erklärte der Ganderkeseer Landvolk-Vorsitzende Cord Wübbenhorst. Am Mittwoch kam dann Heinke Bellers mit Schlepper und Mulcher, um die Hälfte des Grundstücks zu entkusseln, also den aufkommenden Gehölzaufwuchs zu beseitigen. Die andere Hälfte sollte nicht gestört werden. Wübbenhorst: „Schneller geht es nicht.“
Angesichts der Flächenknappheit in der Landwirtschaft appellierte Osterloh, lieber bereits bestehende Biotope zu pflegen als immer neue anzulegen.
