Schwei - „Unser Dorf soll schöner werden“: So hieß bis vor etwa 20 Jahren ein bekannter und beliebter Bundeswettbewerb. „Unser Dorf soll sauber bleiben“: So heißt seit 12 Jahren das Motto von Klaus Duhm. Und es wirkt.
„Schwei ist sauberer geworden“, resümiert der 76-Jährige. Seitdem er 2005 die Verantwortung für die Zimmerei mit acht Angestellten an seinen Sohn Christian abgegeben hat, ist Klaus Duhm eine Art Schweier Bauhof auf zwei Beinen. Bürgermeister Klaus Rübesamen drückt es poetischer aus: „Klaus Duhm ist die Seele von Schwei.“
Nie ein Vorstandsamt
Dabei gerät fast in Vergessenheit, dass er eigentlich aus Rönnelmoor stammt, wo sein Vater Heinrich und sein Onkel Emil eine Zimmerei betrieben. 1959 verlegten sie den Betrieb nach Schwei: in die ehemalige Zimmerei Olsen an der Schulstraße. Genau an dieser Straße wohnte auch Duhms spätere Frau Renate.
Wie es sich gehörte, trat Klaus Duhm in alle Schweier Vereine ein, aus Zeitgründen übernahm er aber nie ein Vorstandsamt. Das erledigte Renate Duhm, die rund zehn Jahre lang Vorsitzende der Siedlergemeinschaft war.
Als Klaus Duhm 2005 in Rente ging, hatte er Zeit – und er nutzt sie für das Dorf. Zunächst begann er regelmäßig das Pastorenpadd zu mähen. Dann kamen weitere Einsatzorte: der Bahndamm, der Parkplatz Bahnhofstraße, die Viehrampe. Bald war Klaus Duhm nicht mehr allein: Weitere handwerklich begabte Rentner stießen hinzu – Ernst Scherweit, Klaus Blank, Detlef Oltmanns und Fritz Bunjes. Sie bilden den Rentnerclub und nennen sich selbst die „Dienstagsmänner“, weil sie an jedem Dienstag von 9 bis 12 Uhr gemeinsam loslegen.
Klaus Duhm und Ernst Scherweit sehen sich vorher um und legen fest, wo etwas gemacht werden muss – etwa an den Sportanlagen, am Kindergarten oder an der Kirche. Sie erledigen die Arbeiten, die erledigt werden müssen, die der Bauhof aufgrund seiner Personalausstattung aber nicht schaffen kann, sagt Klaus Duhm – und will dies ausdrücklich nicht als Kritik am Bauhof oder an der Gemeinde verstanden wissen. Auch Stolperfallen auf Gehwegen beseitigen sie.
Mehr Rentner im Club
Vor allem aber machen sie sauber – und geben damit gelegentlich auch Privatleuten einen Anstoß, selbst loszulegen. Und auch anderen Rentnern sind sie ein Beispiel. In Kürze wird sich die Gruppe um drei weitere Neurentner vergrößern, so dass sie sich in mehrere Trupps aufteilen kann. Und es vergeht kein Dienstag, an dem ihnen nicht von Schweiern zwischendurch ein zweites Frühstück angeboten wird: ein belegtes Brötchen mit Kaffee. „Mehr brauchen wir nicht“, sagt Klaus Duhm, „dafür sind wir sehr dankbar.“
Das Haus von Renate und Klaus Duhm ist der ehemalige Schweier Bahnhof. Dank Klaus Duhm nimmt das Anwesen mit den Werkhallen noch heute quasi öffentliche Funktionen wahr. Hier werden Osterfeuer und Pfingstbaumsetzen vorbereitet und die Utensilien für den Weihnachtsmarkt eingelagert.
