Hannover - Wie viele Masthähnchen gibt es nun in Niedersachsen? 36,5 Mio. wie die Statistiker ermittelt haben?, oder 31 Mio. mehr, wie die Betriebe der Tierseuchenkasse gemeldet haben? Das ist immerhin eine Differenz von 85 Prozent.
Die Unterschiede zwischen den Zahlen des Landesamtes für Statistik und den der Tierseuchenkasse gemeldeten sind bei den Rindern (2,48 zu 2,64 Mio.), Schafen (206 000 zu 236 000), Gänsen (86 000 zu 195 000), Enten (1,01 zu 1,67) und Puten (4,87 zu 5,20) noch nicht gravierend oder teilweise jahreszeitlich zu erklären.
Laut Tierseuchenkasse gibt es jetzt 2,33 Mio. Schweine mehr, als die Statistik nachweist, obwohl in den vergangenen Wochen vor allen Dingen die Sauen-Bestände stark zurückgegangen sind. Es gibt mit 22 Mio. fast doppelt so viele Legehennen, als gezählt worden sind. Die Bestände an Masthähnchen wären nach den Zahlen der Tierseuchenkasse mit 67,5 Mio. in Niedersachsen genauso hoch wie die Statistiker für Deutschland ermittelt haben.
Natürlich sind die unterschiedlichen Ermittlungszeitpunkte dafür verantwortlich. Die Zahlen des Landesamtes stammen aus 2010; die Zahlen der Tierseuchenkasse sind weitestgehend aktuell. Jetzt zum 3. Januar muss wieder gemeldet werden; ein Bauer, der nicht rechtzeitig bei Vergrößerungen nachmeldet, verliert im Seuchenfall den Erstattungsanspruch.
Silke Dall, Fachgebietsleiterin beim Landesamt für Statistik, räumt ein, dass es oftmals schwierig sei, die aktuellen Daten zu bekommen. Wer keine Fläche habe, sei statistisch zuerst einmal kein Landwirt; und solche Tierhalter können erst zwei Jahre später über die Umsatzsteuer-Daten ermittelt werden.
Friedrich Scholten, Vorsitzender des Vorstandes der Tierseuchenkasse, begründet die Unterschiede mit Statistiklücken bei gewerblichen Mästern und der Aktualität der gemeldeten Bestände zur Tierseuchenkasse. „Es kann sich keiner mehr erlauben, zu spät zu melden“, meint Scholten.
