Sandhatten - Die Jugendherberge in Sandhatten war im vergangenen Jahr immer eines der Ziele, wenn die Bewertungskommissionen für den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ unterwegs waren. Schon im Frühjahr hatte sich allerdings ein dunkler Schatten über das fröhliche Bild von spielenden Kindern gelegt.

Die Einrichtung der Jugendherberge, besonders im Sanitärbereich, ist nicht mehr zeitgemäß – rund eine Millione Euro müsste investiert werden, um hier wieder mit anderen Herbergen mithalten zu können. Gleichzeitig war auch ein Verkauf der Anlage im Gespräch.

Seitdem, so sagt Herbergsleiter Jürgen Koopmann auf Nachfrage der NWZ , habe sich leider nicht viel geändert. Der Betrieb für das Jahr 2013 werde ganz normal geplant, 7000 Buchungen lägen bereits vor – das sei „eine ganz ordentliche Zahl“. In den Jahren 2004, 2005 und 2006 hatte die Herberge allerdings bis zu 13 000 Übernachtungen pro Jahr erreicht – nachdem sie von Koopmann und seinem Assistenten Stefan Fasmers vor der drohenden Schließung bewahrt worden war.

Eigentlich, so Koopmann, sei die Jugendherberge Sandhatten „ein tolles Ding“. Der Herbergsleiter hält die Lage im Wald nach wie vor für einen guten Standort für eine Jugendherberge.  Das Gelände in Sandhatten ist wie geschaffen für Indianer- und Ritterspiele, für Entdeckungstouren und Schatzsuchen. Besonders Stefan Fasmers hatte Ritter-Spektakel und Rollenspiele im Programm der Herberge verankert, er leitet aber seit einiger Zeit eine eigene Jugendherberge.

Der Sanitärbereich in Sandhatten sei nach wie vor nicht verbessert worden, erklärt der Herbergsleiter. Ein weiteres Problem sei die Verkehrsanbindung – es gebe zwar eine Busverbindung – für die An- und Abreise von Schulklassen sei diese aber nicht optimal – „und eigene Busse sind teuer“, sagt Koopmann. Zu Fuß mit den Schülern vom Bahnhof Sandkrug zur Jugendherberge zu kommen nähmen auch immer weniger Lehrer auf sich, sagt Koopmann.


Er gehe momentan davon aus, dass die Saison wie geplant ablaufe, auf absehbare Zeit sei der Verkauf des Hauses aber nicht zu verhindern, „wenn nicht von irgendwoher Geld kommt“.