Stratford - „Kia ora“ oder auch einfach: Hallo! Schafe, Kiwis, Rugby, Herr der Ringe, der Hobbit, wunderschöne Strände, atemberaubende Natur: Das ist Neuseeland. 30 Flugstunden, zwölf Zeitzonen, 18 000 Kilometer, aber nur einen Skype-Anruf entfernt liegt das Land, in dem ich das nächste Jahr verbringen werde.
Ich bin Sarah Gruninger, 18 Jahre alt, und vor drei Monaten ging ich noch ganz gemütlich (oder auch weniger gemütlich, denn das Abitur ist dann doch nicht einfach) auf die Kooperative Gesamtschule in Rastede. Was mache ich also jetzt in Neuseeland?
Genau vor einem Jahr um diese Zeit entschied ich mich für eine Bewerbung bei dem Verein für Interkulturellen Austausch (VIA) für einen Freiwilligendienst im Ausland. Für mich war mein Wunschland sofort klar. Ich wollte nicht nur in ein englischsprachiges Land, sondern auch in ein Land mit einer reichen Kultur und schönen Landschaften.
Nach einer positiven Rückmeldung zu meiner Bewerbung musste ich zwei englische Interviews absolvieren, bis endlich feststand: Sarah geht nach Neuseeland!
Drei Monate wartete ich auf die „Placementdetails“ bis mich Mitte April die lang erwarteten Informationen erreichten. Es geht auf die Nordinsel in einen kleinen Ort im Westen: Stratford. Das ist der Name meiner neuen beschaulichen Heimat, die direkt neben dem fast 300 Meter hohen Vulkan Mount Taranaki liegt und mit 6000 Einwohnern weit weniger als Rastede umfasst. Meinen Freiwilligendienst werde ich als Schulassistentin in der „St. Mary’s Diocesan School“, einer Privatschule für Mädchen in der neunten bis dreizehnten Klasse, leisten.
So weit, so gut. Aber so einfach kommt man nicht nach Neuseeland. Die Organisation VIA hat sich etwas ganz Tolles für die 17 Tage des Vorbereitungsseminars ausgedacht: Eine Outdoorwoche in der Brandenburger Provinz! Floßbauen und -fahren, Schlafen im Tarp bei stürmendem Regen, Kochen über dem Feuer und keine sanitären Einrichtungen bereiteten mich mehr als perfekt auf Neuseeland vor. Und jetzt weiß ich wenigstens: Wenn ich das überlebt habe, werde ich auch alles andere überleben. Im Endeffekt habe ich viele neue Menschen kennengelernt, mit denen ich durch dieses Jahr verbunden bin und die ich nun meine Freunde nennen kann.
Am 14. Juli war es dann soweit und ich stieg – unter Tränen, aber mit sehr vielen Erwartungen – in das Flugzeug, welches mich in eine neue Welt bringen sollte. Ich war noch nie so weit und lange weg, was wird mich wohl erwarten?
Nach 30 Stunden war es geschafft und ich hatte erstaunlich wenige Probleme mit dem Jetlag. Unsere Koordinatoren holten uns am Flughafen in Auckland ab und brachten uns zum Hotel, wo wir die nächsten drei Tage verbringen sollten.
Am nächsten Tag wurden wir traditionell von den Maoris mit dem Haka begrüßt. Dieser Tanz wird auch von den All Blacks, der neuseeländischen Rugby-Nationalmannschaft, vor jedem Spiel getanzt, denn das Land ist trotz der Kolonialisierung noch von den Maoris geprägt.
Das mache ich also in Neuseeland, und ich kann es gar nicht erwarten mehr davon zu berichten.
Jetzt sage ich aber erstmal „Kia ora“ oder ganz einfach auch: Tschüss!
