Ich finde es begrüßenswert, dass Stadtbaurätin Frau Nießen Step 2025, zu dem die Bürger ihre Meinung einreichen konnten, noch als „Plan“ benennt. So besteht noch Hoffnung, dass ein ausgewiesenes Landschaftsschutzgebiet, das eindeutig einen sehr wichtigen Korridor für das schützenswertere Naturschutzgebiet Everstenmoor darstellt, erhalten bleibt.
Nur in größeren zusammenhängenden Gebieten könnten sich besondere und bekannte Pflanzen- und Tiergemeinschaften ansiedeln, ohne dabei vom Menschen gestört zu werden. Ein Gutachten der Universität bescheinigt dem Landschaftsschutzgebiet Eversten eine sehr wünschenswerte Entwicklung der Vogelwelt. Das bedeutet auch, dass Insekten- und Pflanzenwelten intakt sein müssen, denn die einen können nicht ohne die anderen gedeihen. All das würde durch die Umsetzung des Step 2025 im Bereich Eversten zerstört werden; und zwar nicht für 800 Wohneinheiten, sondern nur für einige wenige Einfamilienhäuser.
Weiterhin hat mich Frau Nießens Äußerung verwundert, sie wolle erst einmal schauen, was der Bürger zu der Planung sagt. Man bekommt den Anschein, als wäre ihr bewusst, dass dieser Plan an dieser Stelle nicht richtig ist. Wie sonst konnte die Planungsfirma in das Landschaftsschutzgebiet hineinplanen? Betrachtet man sich den Plan mit der Linienführung genau, so kann man sogar vermuten, dass das gesamte Landschaftsschutzgebiet Eversten bereits zur Bebauung verplant ist. Spätestens dann wäre es das Ende der alten Eichenallee im Sandfurter Weg, denn unter dem Bauverkehr würde dieser alte und seltene Baumbestand erheblich gefährdet sein.
Step 2025 – Schutzgebiete ade. Windräder im Landschaftsschutzgebiet Bornhorster Wiesen, Buschhagenniederung fluten, massives Baugebiet in der Hausbäkeniederung.
Wer bietet mehr? Weiter Vorschläge an das Stadtplanungsamt!!
Ich werde wohl demnächst mein Zelt im Everstenmoor aufschlagen müssen, wenn der Stadtrat dem neuen Baugebiet im Landschaftsschutzgebiet zustimmt!
Eine Schande, nicht nur für die Natur, sondern auch für die Stadt Oldenburg selber! Es sollte gelten, Natur zu schützen, nicht zu zerstören!
Ich bin wütend, entsetzt und geschockt. Aus der sogenannten grünen Großstadt mit Kleinstadtcharakter wird nach und nach ein einziger Betonklotz. Das muss endlich aufhören und verhindert werden!
Äußerst betroffen las ich die Meldung in der NWZ . Betroffen in zweierlei Hinsicht – zum einen aufgrund meines Berufes als Dipl.-Ing. der Landespflege, in dem ich täglich für die Erhaltung in unserer zersiedelten und ausgeräumten Landschaft kämpfe, zum anderen als Privatperson.
Seit nunmehr zwölf Jahren betreue und pflege ich gemeinsam mit den Anwohnern die genannten Obstwiesen – mit erheblichem zeitlichen und auch finanziellen Aufwand und großem Engagement.
Deshalb ist es mir unverständlich, dass im Stadtentwicklungsprogramm die Flächen im Landschaftsschutzgebiet, in die auch die Stadt bereits viel Geld („unser“ Geld) investiert hat, nun plötzlich neuen Wohngebieten zum Opfer fallen sollen – und zwar genau dann, wenn, im wahrsten Sinne des Wortes, die Früchte unserer Arbeit geerntet werden könnten.
Einmal mehr wird deutlich, wie wenig privater Einsatz für den Naturschutz und die Pflege alten Kulturgutes, wie es Streuobstwiesen sind, anerkannt und honoriert wird.
Seit 2001 hat die Bürgerinitiative Hausbäkeniederung die 80 Hochstammobstbäume auf beiden Streuobstwiesen zusammen mit der Pächterin gepflegt und eine Schafhaltung auf dieser Fläche erst ermöglicht. Übrigens in enger Abstimmung mit den Fachleuten der unteren Naturschutzbehörde. Im Step 2025 sieht man auf der einen Seite ein lebhaftes Bürgerengagement als Grundlage einer positiven Stadtentwicklung, auf der anderen Seite wird mit der Bebauung der Streuobstwiesen zwölf Jahre Bürgerengagement zunichte gemacht.
Zum wiederholten Mal versucht die Stadt, ein Baugebiet im Südwesten von Eversten in eine Naturlandschaft hinein zu planen. In der Vergangenheit sind nach intensiven Protesten der Anwohner solche Vorhaben jedes Mal wieder eingestampft worden, und dafür gibt es gute Gründe:
Das Baugebiet am Ende des Sandfurter Weges liegt im Niederungsgebiet der Hausbäke und in einer Landschaft, die von sehr vielen Oldenburgern als Naherholungsgebiet genutzt wird. Nach den letzten Bürgerprotesten Mitte der Neunziger Jahre, wurde hier nicht zuletzt aufgrund der regen Arbeit der Schutzgemeinschaft Hausbäkeniederung ein umfassendes Landschaftsschutzgebiet im Flächennutzungsplan festgeschrieben, welches dem dahinter liegenden Naturschutzgebiet, dem Everstenmoor, vorgelagert ist und somit eine ideale Brücken- und Ruhezone nicht nur für die Erholung suchenden Oldenbürger, sondern auch für viele Vogelarten und Wildtiere darstellt. (...)
In einem Landschaftsschutzgebiet darf man bekanntlich nicht bauen, wie kommt es also dazu, eine solche Fläche der Baunutzung zuführen zu wollen?
Auf den eigenen Internetseiten wirbt die Stadt unter anderem mit diesem Landschaftsschutzgebiet, um die Attraktivität Oldenburgs eindrucksvoll und ansprechend darzustellen. Dass diese und auch andere schützenswerte Flächen des Stadtgebietes im Rahmen der zukünftigen Stadtausbreitung trotzdem der Bautätigkeit zum Opfer fallen sollen, konterkariert diese Eigendarstellung.
Ich hoffe, dass sich auch diesmal genügend Oldenbürger zusammen finden, um dafür zu sorgen, dass diese und ähnliche Planungsabsichten für immer im Papierkorb verschwinden.
