Upjever - Welch großes Naturerlebnis man im Jeverland direkt vor der Haustür hat, das merkt man manchmal erst, wenn man mittendrin steht, tief Luft holt und lauscht: dem Wind, dem Rascheln und Rauschen der Blätter und der Bäume, dem vielstimmigen Gesang der Vögel. Oder der Stille. Der Forst Upjever, um 1535 von Jevers Herrscherin Fräulein Maria gegründet, ist mit seinen heute 750 Hektar zu weiten Teilen ein Wirtschaftswald, dessen Böden Nutzen bringen sollen, aber er ist vor allem Jeverlands kräftige grüne Lunge und tägliches Ziel von Spaziergängern und Joggern, von Naturkundlern, Erholungssuchenden und im Spätsommer und Herbst auch von Pilzsammlern.
Der Forst Upjever bietet Walderlebnis auf vielfältige Weise. Mittendrin liegen Naturschutzflächen wie das Wasserschutzgebiet am Wildkamp oder die renaturierten alten Moorgebiete Krickmeere und das Engelsmeer. Am Engelsmeer sollen im frühen Mittelalter, da gab es den Wald noch gar nicht, die ersten Christen in der Region getauft worden sein. Bereits auf Karten aus den Jahren 1779 und 1844 war das Engelsmeer verzeichnet. 1806 wurde die vermoorte Fläche von den Holländern zu Zeiten Napoleons entwässert, trockengelegt und mit Nadelgehölzen bepflanzt. Vor mehr als zehn Jahren hat das Forstamt im Forst Upjever damit begonnen, die alten Moorgebiete in ihrer ursprünglichen Form wiederherzustellen.
Verein Gattersäge Upjever
Eine Gattersäge verarbeitet Baumstämme zu Brettern. Der 2005 gegründete Verein betreibt die 100 Jahre alte Horizontalgattersäge und leistet Bildungsarbeit: Dabei geht es um die ökonomischen und ökologischen Zusammenhänge sowie um die Nachhaltigkeit der Waldnutzung.
Internethinweise : Mehr Infos zum Verein gibt es unter www.gattersaege-upjever.de
Ein so alter Wald bietet also auch viel Historisches. Neben den Moorflächen etwa auch die Friedrich-August-Allee und die Jeversche Allee, die Fräulein Maria von Jever im 16. Jahrhundert vom Schloss Jever bis zum Forsthaus in Upjever pflanzen ließ und die seit kurzem wieder aufgeforstet werden. Oder das Oll Holt, das „alte Holz“: Das sind 30 Hektar uralter Waldbestand, unweit des Forsthauses gelegen. Beim Forsthaus, das aktuell noch eine exquisite Gastronomie beherbergt, soll nach Ablauf des Pachtvertrages – aus Altersgründen – in naher Zukunft ein Wald- und Wassererlebniszentrum entstehen. Das Land Niedersachsen, der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband, der Landkreis Friesland und die Stadt Schortens prüfen zurzeit, wie und unter welchen Voraussetzungen das gesamte Ensemble, bestehend aus Forsthaus, Restaurant und Krongutscheune künftig für die Allgemeinheit sinnvoll genutzt werden könnte.
Dass der Wald auch ein Wirtschaftswald ist, das zeigt der ebenfalls bei Forsthaus und Krongutscheune ansässige Verein „Gattersäge Upjever“, der in den Frühjahr- und Sommermonaten in seiner Scheune samstags und sonntags unter anderem auch beim Schausägen zeigt, wie der Baum zum Brett wird. Bei Waldführungen erfahren Teilnehmer zudem viel vom Wachstum der Bäume vom kleinen Sämling bis zum ausgewachsenen Baum, vom Werkstoff Holz, den ökonomischen und ökologischen Zusammenhängen der Waldnutzung und natürlich auch über die alte Technik wie der historischen Gattersäge.
Diese Zusammenstellung wird in den Sommerferien 2018 fortlaufend mit neuen Zielen und Ausflugstipps ergänzt:
Landkreis Oldenburg:
Essgarten Deemter in Harpstedt
Wesermarsch:
Leuchtfeuer Preußeneck in Butjadingen
Oldenburg:
Ammerland:
Im alten Kuhstall Kerzen ziehen
Friesland:
Landkreis Cloppenburg
Landkreis Vechta
Mehr Ausflugstipps und Sehenswürdigkeiten gibt es unter www.nwzonline.de/ausflugsplaner
