Moorriem - Der Wolf, das Lamm – auf der grünen Wiese: Das war in Hape Kerkelings Sketch „Hurz“ noch total normal und außerordentlich lustig. Nun hat aber die Realität die Satire überholt und die steigenden Wolfspopulationen im Norden spielen längst eine Rolle, an der sich die Geister scheiden.

Zur „unendlichen Geschichte“ mit dem Wolf als Protagonisten nahm auf der Jahreshauptversammlung des Hegerings Moorriem in der Salzendeicher Gaststätte Engelbart auch Kreisjägermeister Bernhard Martens Stellung. „Dies ist ein Thema, über das letztlich nur politisch entschieden werden kann“, sagte Martens, „ich möchte nicht in der Haut eines Schäfers stecken, der am Morgen auf dem Gang zur Herde noch nicht weiß, was er vorfinden wird.“

Vogelgrippe, Kormoran-Bejagung, Krähenkolonien, Gänse ohne Ende und die mögliche Gefahr der afrikanischen Schweinepest, das alles sind Themen, die nicht nur die Landwirte, sondern auch die Jäger beschäftigen. Dazu kommt die Verbreitung invasiver Arten, die möglicherweise die Biodiversität der einheimischen Tiere einschränken kann. Martens: „Dazu zählt nicht nur die Nilgans, sondern auch der Waschbär und der Nutria. Seltsamerweise zählt im Umweltministerium der Wolf nicht zu den invasiven Tieren. Es wird nötig sein, den Nutria ganzjährig zu bejagen, sonst werden wir nicht mehr Herr der Lage sein.“

Auch wenn die Kormoranverordnung jetzt um drei Jahre verlängert wurde, dies würde die Vögel nicht daran hindern, zum Frühstück an die Fischteiche zu fliegen, gab Bernhard Martens zu bedenken.

Auch die Gänsepopulation sei ein Thema, das allen Betroffenen längst über den Kopf gewachsen ist. Die Methoden, die man in den Niederlanden zur Einschränkung der Gänsemassen anwende, würden in Deutschland aber kategorisch und mit Recht abgelehnt.


Der Streckenbericht 2016 des Hegeringsvorsitzenden Albert Koopmann verzeichnete unter anderen 119 Graugänse, 21 Nilgänse, 295 Stockenten, 607 Rabenkrähen, 15 Kormorane und 145 Tauben. Weiter kamen 112 Stück Rehwild, 236 Hasen und 78 Füchse zur Strecke.

Für langjährige Mitgliedschaft im Hegering ehrte der Vorsitzende die Jäger Gerhard Koopmann (65 Jahre Mitglied), den Ehrenvorsitzenden Heinz Deharde (60 Jahre), Hans-Hermann Heineke (50 Jahre), Rudolf Ebelinge (40 Jahre) und Werner Vögel (40 Jahre). Zur bestandenen Brauchbarkeitsprüfung ihrer Jagdhunde zeichnete Hundeobmann Hans-Gerd Lameyer die Jäger Ralf Wichmann, Dieter Ricklefs, Gerd Fröhlich, Matthias Rau aus. Die HZP-Prüfung bestand der Jagdhund von Holger Suhr.