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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

US-Autometropole Detroit ist pleite

20.07.2013

Detroit Die einst stolze US-Autometropole Detroit ist nach Jahrzehnten des Niedergangs pleite. Die hoch verschuldete Stadt im US-Staat Michigan meldete offiziell Insolvenz an. Es ist die größte Städtepleite in der Geschichte der USA. Ein Schuldenberg von mehr als 18 Milliarden Dollar (13,7 Milliarden Euro) lastet auf der Stadt.

„Niemand von uns wollte, dass es so weit kommt“, sagte der Gouverneur von Michigan, Rick Snyder, am Freitag. „Vor uns steht ein Berg an schwierigen Aufgaben.“ Die Einwohner hätten es verdient, dass der langen Talfahrt endlich ein Ende gesetzt werde.

Der Schuldenstand Detroits war laut Snyder unhaltbar. Erst durch den Antrag auf Gläubigerschutz könne die Stadt wieder auf den richtigen Weg gelangen. Mit einem Gläubigerschutz unter Kapitel 9 des US-Insolvenzrechts soll Detroit saniert werden.

Wirtschaftsexperte Kevyn Orr, der Detroits marode Finanzen sanieren und die Stadt vor der Pleite retten sollte, sah „keine zumutbare Alternative“ zum Insolvenzantrag. Dieser gebe der Stadt Spielraum. Zuletzt war die Stadt wegen ausstehender Zahlungen immer wieder verklagt worden – nach Angaben Orrs fast jede Woche. Zu lange seien die massiven Finanzprobleme ignoriert worden. Mit den Möglichkeiten des Gläubigerschutzes solle Detroit nun wieder auf eine solide Grundlage gestellt werden.

Auf Unterstützung der US-Regierung kann Detroit nicht zählen. Die Schwierigkeiten müssten vor Ort gelöst werden, sagte eine Sprecherin von Präsident Barack Obama. Das Weiße Haus beobachte aber die Lage sehr genau.

Detroit, im Nordosten der USA an der Grenze zu Kanada gelegen, war einst eine blühende Industrie-Metropole, begründet vor allem durch die „Big Three“, die drei großen US-amerikanischen Autobauer General Motors, Ford und Chrysler. Noch immer haben sie in Detroit und im Großraum Detroit ihren Sitz.

Noch in den 50er Jahren war Detroit mit 1,8 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt der USA, stolz „Motown“ oder „Motor City“ genannt. Seither aber ging es in mehreren Krisenwellen steil bergab. In den vergangenen Jahrzehnten erlebte die Stadt einen einzigartigen Niedergang. Mit den Krisen der Autoindustrie schlossen viele Fabriken oder wurden verlagert, Tausende verloren ihre Jobs, ganze Wirtschaftszweige wanderten ab, die Steuereinnahmen brachen ein.

Mit einer Arbeitslosenquote von 18,6 Prozent 2012 belegte Detroit den dritten Platz nach Oakland und Fresno (beide Kalifornien). Heute zählt Detroit nur noch 685 000 Einwohner. Seit langem gehört die Stadt zudem zu den größten sozialen Brennpunkten der USA mit einer hohen Kriminalität. Zuletzt war Detroit kaum mehr fähig, die Kosten für seine Straßenbeleuchtung zu zahlen. Einsätze von Polizei und Feuerwehr wurden auf die wichtigsten Notrufe reduziert.


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