Varel - 18 Jahre war der Wasserpreis in Varel stabil, jetzt soll er erhöht werden – und zwar um 5,4 Prozent. Das bedeutet für eine vierköpfige Familie, die im Jahr 160 Kubikmeter Wasser verbraucht, eine Kostensteigerung von 220 auf 232 Euro im Jahr. Dafür hat sich der Betriebsausschuss für den Eigenbetrieb Wasserwerk der Stadt Varel mehrheitlich ausgesprochen.
Ab August müssen sich auch Hausbauer auf höhere Kosten einstellen. So sollen die Kosten unter anderem für Hausanschlüsse, Bauwasseranschlüsse und Nachprüfung von Messeinrichtungen neu geregelt werden. Künftig sollen die tatsächlichen Kosten abgerechnet werden. So muss für die Einrichtung eines Hausanschlusses für ein Einfamilienhaus künftig 1367 statt bisher 665 Euro gezahlt werden. Für die Bereitstellung eines Bauwasseranschlusses muss künftig 515 Euro gezahlt werden, bisher war das kostenlos. Die Nachprüfung von Messeinrichtungen kostet künftig € 103 Euro statt bisher 20 Euro.
Der Start der zentralen Trinkwasserversorgung erfolgte in Varel nach dem Bau des Wasserturms 1914. Seit 1956 ist EWE und heute EWE-Netz im Auftrag der Stadt für den Betrieb verantwortlich.
Mit seinen 54 Metern Höhe überragt der Wasserturm das Werk als unübersehbares Zeichen für die damals noch sehr fortschrittliche zentrale Trinkwasserversorgung. Heute fließt für rund 14 000 Einwohner täglich frisches Trinkwasser aus 3700 Hausanschlüssen durch das rund 60 Kilometer lange Versorgungsnetz.
Das Grundwasser wird zunächst in geschlossenen Filtern belüftet und von Eisen befreit. Danach wird das Wasser in einen geschlossenen Riesler geleitet, um die Kohlensäure auszutreiben. In einer zweiten geschlossenen Filteranlage wird dem Wasser dann das Mangan entzogen.
Zur Wasserspeicherung stehen 2300 Kubikmeter Speichervolumen zur Verfügung. Davon entfallen 300 Kubikmeter auf den Hochbehälter des Wasserturms.
„Es ist gerechter, wenn künftig der Verursacher zahlt und die Kosten nicht mehr wie bisher auf die Allgemeinheit umgeschlagen werden“, sagte Thorsten Wieting von der EWE als Betreiber des Wasserwerks. Mit der Anpassung des Grundpreises sowie den Änderungen bei den Hausanschlüssen und anderen Leistungen würde sich die Ertragssituation des Wasserwerkes in den nächsten Jahren voraussichtlich um rund 67 000 Euro pro Jahr verbessern, sagte Wieting. Davon entfallen rund 58 000 Euro auf die Erhöhung des Wasserpreises.
„Wir wollen das Eigenkapital und die Investitionskraft stärken und das Wasserwerk auf vernünftige Beine stellen“, sagte Dirk Heise, Betriebsleiter des Eigenbetriebs Wasserwerk. Als einen wichtigen Beitrag zur Denkmalpflege wertete Peter Nieraad (CDU) die Investition in das Wasserwerk.
