VAREL - „Die gegenwärtige Vielfalt an Bildungsgängen an den einzelnen Berufsbildenden Schulen der Region muss zugunsten einer höheren Spezialisierung der Schulen drastisch reduziert werden“. Das war eine der Kernaussagen eines Referates, das Wilfried Steenblock, Oberstudiendirektor der Berufsbildenden Schulen Friedenstraße in Wilhelmshaven, vor Vorstand und Beirat des Allgemeinen Wirtschaftsverbandes (AWV) hielt.
Die Gremien waren im Hause der Firma Premium Aerotec in Varel (vormals Airbus) zusammengekommen, um sich unter anderem zum Thema „Zukunft der Ausbildung in der Region“ kompetent informieren zu lassen.
Steenblock stellte zunächst die immer schneller werdenden qualitativen Veränderungen aus verschiedenen Technikbereichen vor. Die kurzen Halbwertzeiten bei den Prozessinformationen erforderten eine laufende Veränderung der Berufspädagogik; das gelte für Industrie und Handwerk gleichermaßen.
„Die Schüler müssen eine berufliche Handlungskompetenz erlangen, also selbstständig planen, beschaffen, herstellen und Kundenorientierung lernen. Dazu dient ein lernfeldorientierter Unterricht in dem Kunden- oder Teamaufträge wirklichkeitsnah abgearbeitet werden“, sagte Steenblock den etwa 35 Teilnehmern aus dem AWV.
Die zukünftigen Fachkräfte müssten sich früher und höher spezialisieren. Dazu benötige man fachlich exzellente Lehrer und modernste technische Ausrüstungen, die nicht beliebig oft zu haben seien.
Daher entwickelte Steenblock den Gedanken, das hervorragende Potenzial in den Berufsbildenden Schulen der Region nach einer koordinierten, sinnvollen Schwerpunktbildung optimal wirksam werden zu lassen. Nicht Fusion, sondern regionale Spezialisierung sei das Gebot der Stunde. Die Unternehmer des Allgemeinen Wirtschaftsverbandes stimmten dem Grundgedanken einhellig zu.
„Die demografische Entwicklung, der Rückgang der Schülerzahlen und die wachsende Spezialisierung von Fachkräften machen es zwingend erforderlich, dass die Gebietskörperschaften eine zukunftsorientierte Berufsbildung als Beitrag zu Wirtschaftsförderung betrachten“, sagte Martin Steinbrecher, Präsident des AWV.
Er halte es für das Gebot der Stunde, eine abgestimmte Planung der Bildungsgänge bei den Berufsschulen zu entwickeln. „Ein Entwicklungskonzept für die Berufsschulen der Region darf nicht an den Grenzen der Gebietskörperschaften scheitern“, so Steinbrecher abschließend.
