VAREL - Der erste Kunde steht bereits an der Kasse. Aus einem Katalog sucht die 17-jährige Nadja Arians die gewünschten Artikel heraus und führt gekonnt den Scanner über den Strichcode. Allerdings ist Nadja keine Verkäuferin, die im Laden steht, sondern eine Schülerin der Berufsbildenden Schulen (BBS) Varel, die ab sofort in der Schülerfirma „Funny Copy“ die Praxis für den Berufsalltag übt.
Schreibwaren aller Art
Es ist Montag und die BBS eröffnet den Laden, in dem ab sofort Schüler hinter der Kasse stehen. Verkauft werden Schreibwarenartikel – vom Stift bis zum Klebeband bieten die „Nachwuchsunternehmer“ alles für den Schulbedarf an. „Es ist ein fantastisches Projekt, und in Projekten lernen, heißt in der Wirklichkeit zu lernen“, sagt Schulleiter Peter Marx. Er werde auf jeden Fall im Laden einkaufen.
Der Schulleiter bedankt sich vor allem beim Verein zur Förderung der Beruflichen Bildung an den BBS Varel, der mit seiner finanziellen Unterstützung zu „einer wichtigen Säule“ des Projektes geworden sei. Außerdem übernehme der Förderverein am Ende des Jahres die Prüfung der Bücher. Alle Einnahmen des Ladens werden wieder in die Firma investiert, jeglicher erwirtschafteter Überschuss soll für den guten Zweck verwendet werden. Wolfgang Busch, der 1. Vorsitzende des Vereins, betont, dass dieser die Schülerfirma gerne unterstütze: „Es ist eine gute Sache, in die die Schüler komplett eingebunden sind. Wir wünschen viel Erfolg und den jungen Menschen viel Spaß.“
Auch die Schüler freuen sich, dass der Laden nun seine Pforten öffnet und es tatsächlich losgehen kann. „Wir haben einen Dienstplan erstellt und öffnen jeden Tag in den Pausen, bei Bedarf auch während der Unterrichtszeit – nur mittwochs sind wir nicht da“, erklärt Madeline Jenner. Die 18-jährige Varelerin ist die Namensgeberin der Schülerfirma „Funny Copy“. Das Firmenlogo hat ihre Mitschülerin Maike Behrens entworfen.
Vorfreude auf Praxis
In die Arbeit werden alle Schüler der Berufseinsteigerklasse Wirtschaft eingebunden. Gemeinsam mit einigen Lehrern wurde das Geschäftliche organisiert: Preise verglichen und verhandelt, Waren bestellt, Plakate entworfen und vieles mehr. „Jeden Freitag wird die Abrechnung gemacht“, sagt Madeline. Gemeinsam mit ihren Mitschülern freut sie sich auf den praktischen Teil des Unterrichts und auf den Umgang mit Kunden. Die Arbeit im Laden wird auch in die Endnote eines Unterrichtsfaches einfließen. Bei dem Enthusiasmus, den die Schüler bei der Eröffnung an den Tag legen, scheint eine positive Bewertung recht wahrscheinlich.
