Varel - Die nagelneue Asphaltdecke ist zwar erst wenige Wochen alt. Dennoch muss die ab dem Ortsausgang von Streek bis zu Kreisgrenze frisch sanierte Jaderberger Straße (K 108) auf mehreren Teilabschnitt schon wieder repariert werden. Ende Juli waren die Arbeiten beendet worden. Die Kosten betrugen 275 000 Euro und wurden vom Landkreis Friesland getragen, der für die Unterhaltung der Kreisstraßen zuständig ist.
„In dem neuen Asphalt sind in Richtung Jaderberg schon wieder Versackungen und zentimeterbreite Risse zu sehen“, beklagte Sascha Decker gegenüber dem „Gemeinnützigen“ den derzeitigen Zustand und rätselte: „Wie kann die Straße nicht mal ganz zwei Wochen nach der Freigabe wieder diverse Schäden aufweisen? Die NWZ fragte jetzt bei der Kreisverwaltung in Jever nach.
„Auf der K 108, Jaderberger Straße, hat sich aktuell eine Rissbildung aufgrund von Setzungen ergeben“, teilte Sprecherin Nicola Karmires mit. Diese Schäden seien der Straßenbauverwaltung indes bekannt, und die Sanierung der Risse werde in Kürze erfolgen, heißt es.
„Und wer ist für den Schaden haftbar“, fragte Sascha Decker, der vermutet, dass „mit allergrößter Wahrscheinlichkeit“ die schweren Fahrzeuge schuld seien. Vor allem diejenigen, die durch die Sperrung der Bundesstraße 437 zwischen Diekmannshausen und Schwei ab und an die K 108 als Umleitungsstrecke nutzten. „Die Kosten werden im Rahmen der Profilierungsmaßnahmen des Landkreises abgedeckt“, antwortete der Kreis.
Der innerörtliche Bereich der Jaderberger Straße (K 108) zwischen Streek und Jethausen war im Sommer nicht saniert worden. Dennoch weist auch dieser Abschnitt erhebliche Straßenschäden durch Versackungen und Risse auf.
Auch außerorts ist deshalb bis zum frisch sanierten Abschnitt die Geschwindigkeit auf 50 Stundenkilometer begrenzt. Dieser zweite Bauabschnitt der Kreisstraße 108 soll im nächsten Jahr in Angriff genommen werden.
Schuld an den Schäden seien in erster Linie nicht die schweren Lastwagen und großen landwirtschaftlichen Fahrzeuge. Sondern es sei die „anhaltende trockene Witterung in diesem Sommer“ gewesen, erläuterte Nicola Karmires.
Doch dass dieser Sommer heiß werden würde, das war schon vor der Erneuerung und Profilierung der Straßendecke Ende Juni dieses Jahres bekannt. Warum wurde die K 108 also dennoch saniert? Wurde das nicht bedacht? „Planungsgrundlage waren unter anderem Auswertungen der davor aufgetretenen jährlichen Setzungen, so dass eine möglichst langlebige Sanierung geplant wurde“, teilte die Kreisverwaltung mit. Die tatsächlich so lange anhaltende Trockenheit sei „so nicht absehbar gewesen“.
Die Dürre durch die Hitze habe dazu geführt, dass dem Moorboden in einem kurzen Zeitraum eine erhebliche Feuchtigkeit entzogen wurde. „Dadurch sind die Setzungen aufgetreten.“
