VAREL - „Giuliano ist unser Superstar“, sagt Ahmed, und Mert ist da ganz seiner Meinung: „Der macht immer so lustige Sachen“. Giuliano Fusari ist der „Superstar“ in der Tigerentengruppe im städtischen Kindergarten in Varel. Der 25-Jährige arbeitet dort seit eineinhalb Jahren als Erzieher – einer von wenigen Männern in diesem Beruf. Zu wenigen, wie Bundesfamilienministerin Kristina Schröder meint. Deshalb will sie gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit im nächsten Jahr ein bundesweites Umschulungsprogramm starten, das Männern ermöglicht, sich zum Erzieher umschulen zu lassen.
Eine Attraktion
Es wäre ein Fortschritt, wenn es in jeder Kita ein oder zwei Männer gäbe, meint die Bundesfamilienministerin. Das sehen Kolleginnen, Eltern und Kinder im städtischen Kindergarten in Varel genauso. Als Giuliano Fusari im Kindergarten als ausgebildeter Erzieher anfing, war er für die Kinder eine Attraktion und für die Eltern „der Praktikant“. Männliche Zivildienstleistende und Praktikanten kannte man in der Kita, aber keine Erzieher.
Bezahlung verbessern
„In der ersten Zeit zog er Trauben von Kindern hinter sich her“, erinnert sich Ursula Woelke, Leiterin des städtischen Kindergartens. Sie ist froh, einen Mann in ihrem Erzieherteam zu haben. „Es ist gut fürs Team und für die Kinder“, sagt sie, es sei wichtig, den Kindern auch die männliche Sicht der Dinge zu vermitteln, und Guiliano strahle eine andere Autorität aus als die Frauen: „Wenn Guiliano sagt, es ist Schluss, dann ist auch Schluss“.
Gerade bei der zunehmenden Zahl von alleinerziehenden Müttern sei es wichtig, den Kindern im Kindergarten eine männliche Bezugsperson an die Seite zu stellen. Wenn die Bundesregierung mehr Männer in diesem Beruf haben möchte, müsse aber die Bezahlung verbessert werden, so Woelke: “Von dem Gehalt kann keiner eine Familie ernähren.“
Wilder als Kolleginnen
Seit er mit 14 Jahren bei den Pfadfindern als Betreuer gearbeitet hat, weiß Giuliano Fusari, dass er als Erzieher arbeiten möchte. Bei ihm geht es immer ein bisschen wilder zu als bei seinen Kolleginnen, da wird getobt und Fußball gespielt, aber auch Kochen und Basteln mit Guiliano sind begehrt bei den Kleinen. „Als Mann ist man risikobereiter“, sagt Giuliano Fusari. Klar im Vorteil ist der 25-Jährige bei den Kindern, bei denen zu Hause der Vater das Sagen hat. Die Erzieherinnen stünden da oft auf verlorenem Posten, Guilianos Ansagen hingegen werden akzeptiert.
Dass sein Beruf eher ein weibliches Image hat, stört den 25-Jährigen nicht, und die Reaktionen seiner Freunde seien positiv, so Giuliano Fusari: „Die finden das cool.“ Und die Kinder in der Tigerentengruppe sowieso.
besteht der städtische Kindergarten an der Peterstraße. Eröffnet wurde er 1940, offiziell eingeweiht erst 1945. Bereits 1949 wurden dort in zwei Gruppen mehr als 40 Kinder betreut. Seitdem wurde der Kindergarten stetig erweitert. In diesem Jahr wurde das Obergeschoss ausgebaut, um 30 neue Krippenplätze zu schaffen.
wird am Sonnabend, 27. November, mit einem Tag der offenen Tür, zu dem alle Bürger, vor allem auch Ehemalige des Kindergartens, eingeladen sind. Von 10 bis 14 Uhr wird sich der Kindergarten vorstellen. Auch Aktionen und Informationen sind geplant.
können die Besucher ihr Glück versuchen. Vom Erlös sollen Dreiräder, Roller und Laufräder angeschafft werden. Für das leibliche Wohl wird mit Gulaschsuppe, muslimischem Essen sowie Kaffee und Kuchen gesorgt.
