Varel - „Boomer hat eine Kugel im Kopf, weil in Spanien jemand auf ihn geschossen hat“, sagt Agnes Hänßler, „Hunde werden dort oft umgebracht, wenn sie ihren Dienst als Jagdhunde getan haben oder frei auf der Straße herumlaufen“. Seit einem Jahr lebt der Hund Boomer, der aus einem spanischen Tierheim stammt, bei ihr und ihrem Mann Stefan. Seit 2006 haben die beiden Vareler Hunde aus Tierheimen oder vom Tierschutzverein aufgenommen. Seit drei Jahren engagieren sie sich beim Verein Carlos & Co., der vor allem Hunde aus einem Tierheim im spanischen Villena nach Deutschland bringt und sie hier betreut oder an neue Besitzer vermittelt. Für ihr Engagement wurden sie für die Aktion „Mensch des Jahres“ von NWZ und OLB vorgeschlagen.
Seit letztem Jahr nehmen Agnes und Stefan Hänßler zusätzlich zu ihren eigenen Hunden Sally und Boomer Pflegehunde auf und helfen bei der Vermittlung. Bei den Hunden geht es ihnen zuerst einmal darum, Vertrauen aufzubauen, um mit ihnen arbeiten und sie an ihr neues Umfeld gewöhnen zu können.
„Ihre Vergangenheit ist oft keine schöne Zeit gewesen. Entweder haben sie sich auf der Straße durchkämpfen müssen oder ein nicht so schönes Zuhause gehabt“, sagt Agnes Hänßler. Außerdem seien sie oft in einem schlechten gesundheitlichen Zustand und müssten aufgepäppelt werden.
Zur Gewöhnung an ihr neues Umfeld nehmen die Hänßlers die Pflegehunde zum Beispiel mit ins Auto, zum Einkauf oder in den Bahnhof. „Wie die Hunde sich teilweise in sehr kurzer Zeit verändern, ist unfassbar“, sagt Stefan Hänßler.
Bei der Vermittlung ist ihnen wichtig, dass die Hunde im Alltag keinen Stress haben und im besten Fall die Grundkommandos Sitz, Platz und Fuß können. Außerdem sollten sie sich an der Leine sicher fühlen. Manchmal werden Hunde aber auch direkt vermittelt. Dies ist möglich, weil sie von Carlos & Co. oder dem spanischen Tierheim ausführlich beschrieben werden.
Damit die Hunde ein passendes Zuhause finden, führt Agnes Hänßler bei den potenziellen Adoptierenden Vor- und Nachkontrollen durch. Auch nach der Adoption werden sie nicht alleine gelassen. „Die Adoptierenden bekommen eine Handynummer, wo sie 24 Stunden jemanden erreichen können. Und ein Mal im Monat bieten wir einen gemeinsamen Spaziergang mit den Hunden an“, sagt Stefan Hänßler.
Da Carlos & Co. sich über Spenden und Mitgliedsbeiträge finanziert, hat die passionierte Läuferin Agnes Hänßler, die die Hunde öfter mit zum Joggen nimmt, sich etwas ausgedacht: „Für jeden gelaufenen Kilometer bei Läufen und im Training spende ich einen Euro.“
Weitere Informationen über Carlos & Co. unter www.carlosundco.de oder Tel. 0160/93278421.
