VAREL - Frohsinn, Ausgeglichenheit und Zufriedenheit zeichnen sie aus. Elisabeth Schneider gehört zu den ältesten Einwohnern auf der Welt, und sie ist die Älteste unter allen Bürgern Varels. An diesem Dienstag feiert sie ihren 107. Geburtstag.
„Ein Tag ohne Lachen ist ein verlorener Tag“, lautet ihr Motto. Seit Ende 1998 wohnt sie im Seniorenheim „To Huus“ in Büppel. Dort nimmt sie gerne am geselligen Leben teil, verpasst kaum eine der angebotenen Aktivitäten, spielt und kegelt sogar. In früheren Jahren hat sie sehr gerne gelesen, doch sind ihre Augen dafür jetzt nicht mehr fit genug, so nutzt sie inzwischen mehr das Fernsehen.
Ein guter Kontakt besteht zu ihren Familienangehörigen. Tochter Edith Sündermann, Jahrgang 1925, lebt mit ihrem Mann Heinz in Rastede, Enkelin Ute Yalcin in Varel. Ein Enkelsohn lebt auswärts. Auch vier Urenkel gehören zur Familie, der älteste ist inzwischen auch schon 29 Jahre alt. Ihren Ehrentag begeht sie mit Familienangehörigen im Seniorenheim. Am Nachmittag möchte Tochter Edith sie zudem nach Rastede ausführen.
Gerne erinnert sich Elisabeth Schneider an ihre Kindheit in ihrem Geburtsort Bad Oeynhausen, die für sie „paradiesisch“ war. Sie hatte „liebe Eltern“, wie sie sagt, ihr Vater war als königlich-preußischer Obergärtner tätig, und die Familie lebte in einem Park. 1923 heiratete sie Louis Schneider, auch von Beruf Schneider, und zog nach Hannover. Dort erlebte sie teils schwere Zeiten im Zweiten Weltkrieg, zweimal wurde ihre Wohnung ausgebombt. 1961 kehrte sie nach Bad Oeynhausen zurück. Bis zum 97. Lebensjahr lebte sie noch alleine in ihrer Wohnung. Früher hat sie gerne in oberen Etagen gewohnt und ist die Treppen hochgestiegen. Erst seit kurzem verlässt sie sich ganz auf ihren Rollstuhl.
Auf die Frage, welchen Tipp sie anderen Bürgern für ein langes Leben geben kann, erwidert sie nur humorvoll: „Das Atmen nicht vergessen.“
Acht Einwohner Varels sind Jahrgang 1908 und älter
