Varel - Der Landkreis hat am Donnerstagabend bei einem Bürger-Workshop zum Thema Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) im Kreisdienstleistungszentrum über die Aktualisierung des Nahverkehrsplans in Friesland informiert. Dieser sieht unter anderem die Bündelung der Buslinien durch eine verlässliche Taktung sowie der Vereinheitlichung der Tarife über die Landkreisgrenzen hinaus vor.

Es geht zudem um den strategisch notwendigen Ausbau der Infrastruktur, zum Beispiel der barrierefreie Ausbau der Haltestellen, die Verzahnung mit den Angeboten der Kommunen wie Stadt-, Ruf- und Bürgerbusse, Mitfahrerbank-Projekte, Fahrradverleih oder Park&Ride.

In einer Stellungnahme forderte die Menschenmüll Wähleraktion (MMW) jetzt einen weiteren Schwerpunkt in der Informationspolitik. „Der ÖPNV ist bei den meisten Bürgern aufgrund der mäßigen bis schlechten Anbindungen nicht mehr im Bewusstsein“, schrieb Kreistagsmitglied Iko Chmielewski. „Die Erfahrungen mit dem Dangast-Bus haben gezeigt, dass selbst gute Angebote kaum wahrgenommen werden.“ Das neue Verkehrskonzept wird vermutlich noch im Frühjahr fertiggestellt und soll dann über die nächsten zwei bis zehn Jahren nach und nach umgesetzt werden. „Gäste und Einheimische müssen in dieser Phase den ÖPNV erst wieder für sich als wirkliche Alternative entdecken und mitgestalten.“

Die Fahrpläne, Verbindungen und Umsteigemöglichkeiten müssten transparent und übersichtlich sein. „Bei derzeit über 40 Linien ist es für Gelegenheitsnutzer schwierig, die Übersicht über die Angebote zu bekommen. Hier könnte der Vorschlag, einen zentralen Netz-Information-Service einzurichten, hilfreich sein.“ Suchende könnten sich unter einer Telefon-Hotline unbürokratisch über die alle Verbindungsmöglichkeiten informieren und beraten lassen. Die Kommunen könnten flankierend den Informationsfluss durch kleine lokale Fahrpläne, die auf die Belange der einzelnen Ortschaften abgestellt sind, verbessern.

„Oft sind die Fahrpläne wahre Datenmonster“, so MMW. „Ein individualisierter Plan (etwa einen für Obenstrohe, einen für Dangast, usw.), der jeweils den eigenen Ortsteil als Abfahrtsort voranstellt und mit Verbindungen bis über die eigen Landkreisgrenzen kombiniert, ist einfacher zu lesen und damit für Nutzer attraktiver.“