VAREL - Drei Vereine aus Varel hatten sich für die Verkaufsausstellung zusammengetan: die Vogelfreunde, der Kaninchenzuchtverein und der Rassegeflügelzuchtverein.
Von Christoph Koopmeiners
VAREL - Schon an den Autokennzeichen vor der „Weberei“ in Varel ist abzulesen, dass die Interessenten der „Frieslandbörse“ für Kleintiere nicht nur aus dem Landkreis kommen. Die Käufer und Verkäufer stammen aus den Kreisen Wesermarsch, Cuxhaven, Wittmund, Aurich Cloppenburg, Oldenburg, Ammerland, Diepholz und den Städten Wilhelmshaven und Bremen. An die 1000 Besucher haben die Organisatoren gestern gezählt. Zeitweilig herrscht zwischen in den Gängen so viel Andrang, dass die Tiere in den Käfigen mehr Platz haben als die Besucher.Aufmerksamkeit erregt immer wieder Dennis Taron aus Diepholz mit seinem neun Monate alten Frettchen „Frido“, wenn er es über seine Arme und Schultern krabbeln lässt. „Ich verkaufe es, damit es sich nicht mit seiner Mutter paart“, erklärt der junge Mann, der ansonsten Hühner und Tauben verkauft. „Inzucht ist nicht gut, und die Mutter von Frido will ich auf jeden Fall behalten.“
Gerhard Grunert aus Nordenham züchtet seit 20 Jahren Tauben. „Im Laufe der Jahre werden es immer mehr Tiere. Dann verkaufe ich welche, um den Bestand klein zu halten.“
Seit es den Weser-Tunnel gibt, kommt auch Sascha Rehder aus Cuxhaven nach Varel. „Die Fähre war mir für das Auto und den Anhänger zu teuer“, meint er. Er bietet 46 Sittiche an, darunter Nymphensittiche, Ziegensittiche und Singsittiche. „Es ist mein Hobby. Doch durch den Verkauf der Vögel möchte ich die Kosten für Benzin, Futter und den Kaffee, den ich hier trinke, wieder einnehmen.“
Johann Brandes aus Aurich ist eigentlich Kaninchenzüchter. Nach Varel ist er gefahren, um ein Truthahnpaar zu erwerben. Die kommen ins Gehege seiner übrigen Hühner. Für 60 Euro wird er bei Burkhard Borich aus Friedeburg fündig, der mit seinem Sohn Mark in der „Weberei“ verkauft. Die Truthähne werden jeweils in einen Pappkarton mit Luftlöchern gesetzt. Der Deckel wird mit Klebeband gesichert.
Das breite Kleintierspektrum der „Frieslandbörse“ macht Heiko Diers aus Spohle für die große Publikumsresonanz verantwortlich. „Ich bin regelmäßig hier. Es ist super. Ich würde mir wünschen, dass auch so viele Besucher zu den Zuchtausstellungen kommen.“ Der 44-Jährige besitzt seit seinem sechsten Lebensjahr Tiere. „Zunächst habe ich 20 Jahre Hühner gezüchtet, seit 15 Jahren nun Kaninchen und seit acht Jahren auch noch Meerschweinchen. Insgesamt habe ich 60 Tiere“.
Zwei Meerschweinchen verkauft er an Erich und Maria Mülschen aus Bockhornerfeld. „Ich habe immer Meerschweinchen gehabt“, erzählt Erich Mülschen. Das letzte Tier, dass mit seinem Zwergkaninchen im Stall war, sei vor kurzem gestorben. Deshalb kaufe er nun zwei neue Meerschweinchen. Sie wurden im Dezember geboren. Die Mülschens können sich ein Leben ohne Tiere nicht vorstellen. Daheim haben sie noch zwei Shetlandponys, Hühner und Tauben.
