Varel - Herbstzeit ist Erntezeit – nur bringt das Wetter im Herbst auch immer wieder jede Menge Regen mit sich. Die Folge: Der Matsch bleibt im groben Profil der Treckerreifen hängen und fährt mit. So landet das, was eigentlich auf den Acker gehört, auf der Straße. Autofahrer ärgern sich dann über den Dreck am Auto und müssen sich auf eine rutschige Fahrbahn einstellen. Aber wer macht den Dreck hinterher wieder weg? Die NWZ hat bei der Landwirtschaftskammer in Niedersachsen nachgefragt.

Wer muss die Straße hinterher reinigen?

Grundsätzlich gilt: Wer den Dreck macht, muss ihn auch wieder beseitigen. Mehr noch: Man muss andere Verkehrsteilnehmer auch davor warnen, sagt Martin Vaupel, Berater für Straßenverkehrsrecht und Transporttechnik bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen: „Dreck ist ein Verkehrshindernis und muss vom Verursacher kenntlich gemacht und gesäubert werden.“ Das steht in der Straßenverkehrsordnung. Mindestens müsste also ein Warndreieck aufgestellt werden, besser mit einem Schild, das explizit auf die verschmutzte Fahrbahn hinweist.

Pauschal lasse sich das aber nicht sagen, so Martin Vaupel. Es hänge immer von den Umständen ab. Wenn eine Feldausfahrt direkt auf eine Bundesstraße mündet, könne sogar eine Geschwindigkeitsreduzierung bis hin zur Straßensperrung notwendig werden. Oder der Landwirt kann verpflichtet werden, hinter jedem Fahrzeug zu räumen. „Das sind allerdings Einzelfälle“, sagt Martin Vaupel.

Autofahrer haben allerdings auch kein Recht auf eine saubere Straße. Gerade im ländlichen Raum müssten sie zur Erntezeit mit einer verschmutzten Fahrbahn leben. Die Straße müsse zwar sauber sein, aber nicht zu jeder Sekunde.


Wie muss die Straße gesäubert werden?

Auch hier gilt: Es kommt darauf an. In der Regel reicht es, die Straße zu fegen oder mit einer Reinigungsbürste die Strecke abzufahren. Ist es ein besonders klebriger Lehmboden oder hat sich der Dreck bereits festgefahren, kann es aber sein, dass zusätzlich Wasser eingesetzt wird, um die Straße abzuschrubben. Wichtig sei, dass die Straße hinterher wieder sauber ist

Was droht, wenn man die Straße nicht säubert?

Verdreckt jemand die Straße und macht hinterher nicht sauber, ist das eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld geahndet wird. In besonders extremen Fällen kann die Polizei auch die Straßenreinigung beauftragen und dem Landwirt die Rechnung schicken. „Das kann sehr teuer werden“, erklärt Martin Vaupel. Größere Schwierigkeiten erwarten den Fahrbahnverschmutzer, wenn wegen des Drecks Unfälle passieren. Allein schon deshalb sollten sich Landwirte, die mit Lohnunternehmern arbeiten, vorher genau absprechen, wer für die Straßenreinigung zuständig ist.