VAREL - Die Stabilität und Leistungsfähigkeit der genossenschaftlichen Bankengruppe hat der Vorstandsvorsitzende der Raiffeisen-Volksbank (RVB) Varel-Nordenham, Ralph Zollenkopf, unterstrichen. Speziell die RVB Varel-Nordenham verzeichnete, wie berichtet, in 2010 und auch im ersten Halbjahr 2011 eine sehr zufriedenstellende Entwicklung (Reingewinn 2010 von 1,275 Millionen Euro, Kreditgeschäft-Plus von 6 Prozent; Solvabilitätskennziffer, Verhältnis von Eigenkapital und risikotreibenden Aktiva: 16,3 Prozent, mehr als doppelt so hoch wie gesetzlich gefordert).

Gerade die Genossenschaftsbanken seien ohne jede fremde Hilfe durch die Krise gekommen, betonte Ralph Zollenkopf in der Vertreterversammlung im Tivoli in Varel. Dennoch würden sie andererseits mit tendenziell mittelstandsunfreundlichen Regulierungen belastet.

Zur allgemeinen wirtschaftlichen Perspektive sagte Ralph Zollenkopf, im Anschluss an die bemerkenswerte Erholung 2010 sei für 2011 ein Niveau „wie vor der Krise“ in Sicht. Ein Sorgenpunkt sei jedoch die erhebliche Verschuldung auch großer volkswirtschaftlicher Akteure wie Deutschland, Großbritannien und USA. Hier deute sich eine erhebliche Belastung für die Zukunft an, die mittelfristig auch Skepsis bezüglich des Wachstums gebiete.

In diesem Zusammenhang sei das geschäftspolitische Motto der RVB Varel-Nordenham „Sicherheit hat Vorrang vor Ertrag“ bedeutsam. So fielen bei der Investitionskategorie Staatsanleihen bestimmte ausländische Wertpapiere „für uns künftig zu großen Teilen weg“. Die Maxime einer stabilitätsorientieren Geschäftspolitik spiegelte sich auch in Zollenkopfs Begründung der – einstimmig beschlossenen – Dividende von 5 Prozent wider. Es gehe da um Kontinuität, um eine auch in schwächeren Jahren leistbare Marge und um eine Stärkung der Rücklage.

Die Versammlung verlängerte einstimmig die Aufsichtsratsmandate von Jürgen Kruse (Grabstede), Dr. Hans-Martin Peter (Zetel), Dirk Stöver (Esenshamm) und Dieter Wemken (Norderschwei, Aufsichtsratsvorsitzender). Sie beschloss ferner eine Erhöhung der jährlichen Aufwandsentschädigung für Aufsichtsräte (154 Euro mehr pro Mitglied). Ferner wurden Satzungsänderungen beschlossen.


„Riesen-Chancen“ für die künftige wirtschaftliche Entwicklung der Nordwest-Region und speziell des Raumes Varel/Jade skizzierte in einem Kurzvortrag der Geschäftsführer der Jade-Bay-Entwicklungsgesellschaft, Detlef Breitzke. Der Jade-Weser-Port sowie die Energiewende mit ihrem Bedarf an Offshore-Anlagen seien da die treibenden Elemente.

Wirtschaft und Politik der Region sollten ihre Kräfte bündeln, um diese Herausforderung zu gestalten. Bereits bis 2016 sei eine Wandlung zu einer erstrangigen Wirtschaftsregion möglich. Denkbare Hindernisse wie Fachkräftemangel und eine ungünstige Entwicklungstendenz der Erwerbsbevölkerung seien zu überwinden.

Jade-Bay ist eine Gesellschaft der Landkreise Friesland und Wittmund sowie der Stadt Wilhelmshaven.