VAREL - Wer die Stadt und ihr Umfeld betrachtet, dem wird nach Ansicht von Dr. Karl Harms klar: „Varel ist bereit für die Zukunft.“
Von Christoph Koopmeiners
VAREL - Der Jade-Weser-Raum und damit auch die Stadt Varel besitzen für die Zukunft ein großes Entwicklungspotenzial. Mit Blick auf den Bau des Jade-Weser-Ports in Wilhelmshaven als Zugpferd ist es aber erforderlich, dass die gesamte Region gemeinsam eine koordinierte Ansiedlungsinitiative auf den Weg bringt. Diese Ansicht haben gestern Abend zur Eröffnung der Gewerbeausstellung Friesland Expo 2006 in Varel die Staatssekretärin des niedersächsischen Finanzministeriums, Cora-Jeanette Hermenau, und der Präsident der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer, Dr. Karl Harms, vertreten. „Wir stehen vor neuen Aufgaben der Positionierung der Region als attraktiver Wirtschaftsstandort und Lebensraum, einschließlich Tourismus“, sagte Hermenau. An der Eröffnung auf dem Gelände des Bus-Unternehmens Bruns nahmen 170 geladene Gäste teil.Die Realisierung des Jade-Weser-Ports als Leuchtturmprojekt und die geplanten Investitionen der chemischen Industrie und der Energiewirtschaft in Höhe von rund fünf Milliarden Euro werden nach Harms’ Auffassung das Gesicht der Region verändern. „Der Jade-Weser-Port wird uns und ganz Niedersachsen internationaler machen.“
Das Projekt mache aber eine verbesserte Integration von Küste und Binnenland erforderlich, so der IHK-Präsident. Das Hinterland müsse infrastrukturell gut angebunden sein und über ausreichend Dienstleistungen verfügen. Varel habe mit der Erschließung des Gewerbe- und Logistik-Ports bereits erste Schritte unternommen, um sich rechtzeitig in die Wertschöpfungskette einzuklinken.
Sowohl Harms als auch Hermenau halten eine gemeinsame Vermarktung von Gewerbe- und Industrieflächen in der Region für zwingend. „Eine konkurrierende Entwicklung von großflächigen Gewerbegebieten in unmittelbarer Nachbarschaft muss unbedingt vermieden werden“, so Hermenau. Wichtig sei auch die Vernetzung von Wirtschaftszweigen, so der maritimen Verbundwirtschaft sowie der Flugzeug- und Fahrzeugbau. Dass in der Jade-Weser-Region kreative Lösungen möglich sind, machten die beiden Redner am Beispiel der „Public-Privat-Partnership-Lösung“ zur Finanzierung der Autobahn-22-Planung fest. Für Varel würde die A 22 im Kreuzungsbereich mit der A 29 eine Aufwertung bedeuten, so Harms.
Die Friesland Expo mit 80 Firmen findet heute von 10 bis 18 Uhr in den Gewerbegebieten Winkelsheide, Langendamm, Tennisplatz und Vareler Hafen statt. Die Existenzgründermesse „Existenz Now“ ist in der Halle der Firma Bruns in Winkelsheide zu finden. Shuttle-Busse starten im Viertel-Stunden-Takt von der Schützenwiese.
