VECHTA - 196 Lehrlinge in 25 Ausbildungsberufen hat Kreishandwerksmeister Ludger Wessel am Sonnabend im Waldhof in Vechta freigesprochen. „Willkommen im Stand der Gesellinnen und Gesellen des Handwerks“, sagte Wessel vor Gästen aus Politik und Verwaltung, Ausbildern, Lehrern, Familien und Freunden.
„Genie ist zu einem Prozent Inspiration und zu 99 Prozent Transpiration“, zitierte der Kreishandwerksmeister in seiner Festansprache Thomas Alva Edison, den Erfinder der Glühbirne. Vor dem Erfolg stehe der Schweiß. Der Erfolg aber entschädige, denn „Handwerk macht glücklich“, so Wessel weiter. Er verwies auch darauf, dass deutsche Handwerker international gefragt seien, „von Lettland über Polen und China bis nach Neuseeland“. Vor den Jung-Gesellen liege eine hervorragende Zukunft. Auf dem Weg dorthin gab Wessel ihnen zwei Dinge mit: Es erwarte sie ein hohes Maß an Eigenverantwortung, denn vieles, was früher Staat und Gemeinschaft erledigten, falle nun auf sie zurück. Zum Zweiten solle sie das Motto „Wissen ist Macht“ leiten, denn „Handwerk ist hoch innovativ“ und erfordere lebenslanges Lernen. „Handwerk mag ja manchmal staubig sein, aber es ist alles andere als verstaubt“, sagte Wessel weiter.
Auch Vechtas Bürgermeister Uwe Bartels erinnerte in seinem Grußwort an das „hohe Maß an Verantwortung“ sich selbst und der Gesellschaft gegenüber, das nun auf die jungen Menschen zukomme. Das Handwerk – „der Wirtschaftsmotor unserer Stadt“ – müsse sich aber auch internationalen Herausforderungen stellen.
In einer amüsanten Ansprache dankte Zimmerer Julius Bocklage im Namen aller Gesellinnen und Gesellen Ausbildern, Lehrern und Eltern für die Unterstützung, mahnte aber zugleich, Bewerber nicht nur aufgrund schlechter Zeugnisse auszusortieren. „Wenn Sie in zehn Jahren noch gute Facharbeiter haben wollen, bilden Sie jetzt aus“, so Bocklage in Richtung der Handwerksbetriebe. Auch die Betriebe hätten von der Leistung der Lehrlinge profitiert, schloss Bocklage. Entsprechend sei es mehr als fair, wenn die Ausbilder ihren Schützlingen jetzt ein Bier spendieren würden.
