VECHTA - Ein Großteil der Vechtaer, die ihre Häuser und Wohnungen am gestrigen Sonntag, 27. Dezember, im Zuge der Räumung einer US-Fliegerbombe aus dem II. Weltkrieg verließen, hat den Tag für einen Ausflug genutzt, oder kam für die Evakuierungszeit bei Freunden und Verwandten unter. 250 Personen suchten das in der „Nordschule“ eingerichtete Evakuierungszentrum auf, wo sie von Angehörigen des Malteser Hilfsdienstes (MHD) versorgt und betreut wurden. 20 Senioren aus dem Pater-Titus-Stift verbrachten den Tag im Altenheim St.-Hedwig-Stift.

Für eine kostenlose Verpflegung der Evakuierten und Einsatzkräfte sorgte ab 7 Uhr der Küchenzug des MHD-Vechta. Neben einem Frühstück gab es 1000 Portionen Sahnegeschnetzeltes mit Beilagen als warme Mahlzeit sowie Obst, Stollen und Spekulatius und vor allem warme Getränke.

Kurz vor 14 Uhr transportierte ein speziell gesicherter Sieben-Tonner-Lkw vom Kampfttelräumdienst Hannover die in 4,5 Meter Tiefe frei gelegte, nach Aussage von Sprengmeister Thomas Gesk (51) äußerlich gut erhaltene Bombe amerikanischer Herkunft zu Sprengplatz am „Immentun. Ein Entschärfung am Fundort war nicht möglich. Die Anfahrt mit Polizeieskorte führte etwa einen Kilometer weit über abgesperrte Straßen zu einem vorbereiteten Sprengplatz am „Immentun“. Dort wurde sie um 16.40 Uhr mit Plastiksprenstoff gezielt zur Detonation gebracht. Erschütterungen und eine Druckwelle waren fast im gesamten Stadtgebiet zu spüren.

Wenige Minuten später gab die Polizei das Sperrgebiet wieder frei, und rückte von den Kontrollposten ab. So konnten die Evakuierten gegen 17 Uhr, etwa zwei stunden später als ursprünglich geplant, in ihre Wohnungen und Häuser zurückkehren. In den frühen Abendstunden kehrten auch die Insassen der beiden Haftanstalten wieder in ihre Zellen zurück.

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