VECHTA - Rund 40 Teilnehmer haben jetzt das NiekE-Forum zum Thema „Fisch – ein weiteres Standbein für die Agrar- und Ernährungswirtschaft?“ in der Universität Vechta besucht. Im Rahmen der Veranstaltung informierten namhafte Experten über Möglichkeiten und Risiken der Fischzucht in geschlossenen Kreislaufanlagen. Zielgruppe waren in erster Linie Unternehmen aus den Bereichen Lebensmittelverarbeitung, Agrartechnik und Anlagenbau, Finanzinstitute sowie behördliche Entscheidungsträger.
Die Moderation des Themenforums übernahm Dr. Helmut Steinkamp vom Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik (DIL) in Quakenbrück. Nach einem einleitenden Grußwort durch die Präsidentin der Universität Vechta, Professor Dr. Marianne Assenmacher, referierte Werner Gaus (Mermaid Aquaculture, Eckernförde) über technische Funktionsweisen von Kreislaufanlagen und geeignete Fischsorten für die Aufzucht. Er beleuchtete zudem die Entwicklung in Ostasien – einem Markt, der im Hinblick auf Aquakulturen seit geraumer Zeit „boomt“. Darüber hinaus sieht Gaus speziell in agrarischen Intensivgebieten wie dem Oldenburger Münsterland durchaus Potenzial für die Erzeugung von Fisch in Kreislaufanlagen, vor allem, wenn durch die Nutzung von Abwärme aus Biogasanlagen zusätzlich noch der KWK-Bonus in Anspruch genommen werden kann.
Im zweiten Vortrag ging Dr. Birgit Schmidt-Puckhaber (DLG, Frankfurt) der Frage nach, welche Gründe den Durchbruch der Aquakultur in Deutschland bisher verhindert haben. Sie kam zu dem Ergebnis, dass ein Zusammenspiel von Wirtschaftlichkeitsaspekten, technischen und managementbezogenen Anforderungen sowie öffentlich-rechtlichen Rahmenbedingungen wesentliche Herausforderungen darstellen.
Volkmar Hinz (Landwirtschaftskammer Niedersachsen) erläutere die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Genehmigung von Aquakulturanlagen, wobei er sich insbesondere auf bau-, wasser-, umwelt- und tierschutzrechtliche Vorgaben bezog. Zugleich betonte er, dass es den Landkreisen als genehmigende Behörden obliegt, die Einhaltung der rechtlichen Anforderungen zu überwachen. Rechtsanwalt und Steuerberater Rainer Lüschen (Vechta) erläuterte abschließend anhand von Modellrechnungen die Wirtschaftlichkeit von Anlagen zur Erzeugung von Afrikanischem Wels.
