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Nieke Netzwerk für die Ernährungswirtschaft

Klaus-Peter Jordan

VECHTA - NieKE – das klingt irgendwie niedlich, wie ein Mädchenname. Doch tatsächlich verbirgt sich hinter diesem Namen knallharte Kompetenz in Sachen Ernährungswirtschaft. NieKE steht für Niedersächsisches Kompetenzzentrum Ernährungswirtschaft und kümmert sich von Vechta aus seit gut zehn Jahren darum, dass der zweitwichtigste Wirtschaftszweig in Niedersachsen seine Führungsposition in Deutschland behält.

Kontakte herstellen

NieKE ist kein Unternehmen, das irgendetwas produziert, sondern ein Netzwerk, das Kontakte zwischen Partnern aus den unterschiedlichsten Bereichen herstellt – und Mitglied im „Club der besten Innovationsnetzwerke“ Deutschlands ist, wie Geschäftsführerin Doris Schröder stolz erzählt. „Nach zehn Jahren können wir feststellen: Man kennt sich jetzt in der Branche; das Netzwerk lebt“, bilanziert Schröder und erwähnt noch eine Adelung: Seit Jahresbeginn gibt es neben sechs weiteren innovativen Forschungsfeldern (von Brennstoffzelle bis Telematik) auch eine Landesinitiative Ernährungswirtschaft – betreut von NieKE.

NieKE vernetzt Wissenschaftseinrichtungen, Bildungsstätten, Produktionsunternehmen, Vermarktungs- und Vertriebsorganisationen, Anwender, Dienstleister, Kreditinstitute sowie öffentlichen Verwaltungen, damit die Mitglieder die vorhandenen Potenziale für sich nutzen können. Hierdurch soll die Leistung der Unternehmen der Ernährungswirtschaft gefördert und gesteigert werden. Dazu bietet das Kompetenzzentrum Serviceleistungen, wie z.B. Informationen über neueste Entwicklungen, Themenforen, Seminare oder Fortbildungsveranstaltungen. Dabei geht es vor allem um Lebensmittelverarbeitung und -sicherheit, Entwicklung neuer funktioneller Lebensmittel einschließlich Produktionsaufbau, Agrartechnik sowie Bildung und Qualifizierung.

So brachte NieKE zum Beispiel das Landtechnikunternehmen Kotte aus Rieste (Kreis Osnabrück) mit der Fachhochschule Osnabrück zusammen. Das Ergebnis: ein Boden schonender Güllewagen, dessen neuartige Technik 2009 mit dem Kooperationspreis der Agrar- und Ernährungswirtschaft ausgezeichnet wurde. „Allein hätten wir die guten Ideen unserer Mitarbeiter nicht so schnell umsetzen können“, lobt Geschäftsführer Stefan Kotte die Netzwerk-Arbeit.

Auf der Ideen-Expo 2009 präsentierte NieKE eine vollautomatische Eieraufschlagmaschine – ausgeliehen von der Neuenkirchener Firma Ovobest, Europas modernstem Eiproduktewerk. „Wir wollten zeigen, wie modern die Lebensmittelproduktion heute funktioniert“, erklärt Schröder. Zum einen mache man so Agrarwirtschaft für die Verbraucher transparent. Zum anderen informiere man hiermit den potenziellen Berufsnachwuchs über die Attraktivität der Branche.


Ein drittes Beispiel: Mit der deutschen Geflügelwirtschaft wurde ein Flyer entwickelt, um den Ausbildungsberuf Tierwirt Geflügel bekannter zu machen. „Dazu haben wir noch einen Imagefilm entwickelt und eine Internetseite erarbeitet“, erläutert Schröder.

Kooperationen initiieren

Wichtigstes Themenfeld für das Netzwerk NieKE ist zweifellos, Kooperationen und Projekte zwischen Wirtschaftsunternehmen und Wissenschaftseinrichtungen zu initiieren. „Die Unternehmen erwarteten einerseits, dass sie rechtzeitig über sich abzeichnende Trends informiert werden, um sich darauf einstellen zu können, und andererseits, dass sie mit ihren Problemen und den damit verbundenen Herausforderungen an das NieKE herantreten können, um in enger Zusammenarbeit mit den wissenschaftlichen Einrichtungen Lösungsansätze zu erarbeiten“, fasst es der neue Vorsitzende des NieKE-Steuerungsausschusses, Gert Stuke von der Deutschen Frühstücksei in Neuenkirchen, zusammen – damit die niedersächsische Ernährungswirtschaft ihre Führungsposition möglichst noch ausbauen kann.

Das Niedersächsische Kompetenzzentrum Ernährungswirtschaft (NieKE), 1999 gegründet als Kompetenzzentrum Ernährungswirtschaft Weser-Ems, ist heute ein landesweit agierender Kooperationsverbund von einander ergänzenden Partnern. Das Kompetenzzentrum bündelt seit Januar 2002 für ganz Niedersachsen Kompetenz und Know-how in allen Bereichen der Agrar- und Ernährungswirtschaft. Es hat seinen Sitz an der Universität Vechta im Institut für Strukturforschung und Planung in agrarischen Intensivgebieten (ISPA).

Zu den Kompetenzträgern von NieKE gehören neben dem ISPA das Deutsche Institut für Lebensmitteltechnik (DIL) in Quakenbrück, die Landwirtschaftskammer Niedersachsen, das Kompetenzzentrum Functional Food der Uni Hannover, die Agrarfakultäten der Uni Göttingen und der Fachhochschule Osnabrück sowie die Tierärztliche Hochschule Hannover. Organisiert wird das Netzwerk NieKE von einem achtköpfigen Team in der Geschäftsstelle in Vechta unter Leitung der Diplom-Agrar-Ingenieurin Doris Schröder.

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