Vechta - Die Krankenversicherungsgruppe Alte Oldenburger aus Vechta ist 2017 „auch in schwierigem Fahrwasser weiter auf Kurs“ geblieben. Man habe die eigene Wettbewerbsposition gestärkt, zog Vorstandsvorsitzender Manfred Schnieders am Mittwoch die Bilanz.

Konkret konnte die Alte Oldenburger, ein traditionsreicher Versicherer mit historischen Wurzeln in der regionalen Landwirtschaft, seine Beitragseinnahmen um 3,5 Prozent auf 300 Millionen Euro steigern. Dazu trugen wie üblich zwei operative Gesellschaften bei: Die Alte Oldenburger Krankenversicherung AG und die Provinzial Krankenversicherung Hannover AG. Zusammen hatten sie am Jahresende 2017 einen Kundenbestand von 329 459 Personen, nach 326 995 im Jahr zuvor. Darunter waren 63 346 (62 916) mit einer privaten Vollkostenversicherung.

Die von Einnahmen und Aufwand geprägte Schadenquote stieg leicht auf 76,8 (zuvor: 76,2) Prozent. Man sei besonders stolz auf den Bestand an privat vollversicherten Personen, meinte Schnieders. Viele Konkurrenten sind längst in einem Abschmelzungsprozess. Auch der Alte-Oldenburger-Vorstand hatte aufgeatmet. Der vor der Bundestagswahl diskutierte Ausstieg aus der privaten Krankenversicherung in Deutschland ist aktuell vom Tisch.

Die Alte Oldenburger Krankenversicherungsgruppe gehört mehrheitlich zu den VGH Versicherungen. Positiv bewertet der Vorstand auch die im Jahr 2017 erzielten Kapitalanlagerergebnisse. „Mit einer Nettoverzinsung von über 3 Prozent konnten im weiterhin bestehenden Niedrigzinsumfeld solide Ergebnisse erzielt werden“, hieß es. „Aufgrund der sehr guten Entwicklung der Krankenversicherungsgruppe konnten auch alle regulatorischen Anforderungen, sei es hinsichtlich Kapitalausstattung, Datenschutz oder Berichtspflichten im Rahmen von Solvency II, im Geschäftsjahr 2017 erfüllt werden.“

Rüdiger zu Klampen
Rüdiger zu Klampen Wirtschaftsredaktion (Ltg.)