VECHTA - Die deutschen Rinderexporteure werden in diesem Jahren wohl weniger Tiere im Ausland absetzen als im Jahr zuvor. „Die Nachfrage ist groß, das Angebot eher knapp“, sagte Hartmut Zingel, Geschäftsführer der Weser-Ems-Union (Bad Zwischenahn), am Rande der Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Rinderzüchter (ADR) am Donnerstag in Bad Zwischenahn.

Hintergrund dieser Marktlage sei auch, dass zahlreiche hiesige Milchviehbetriebe auf Expansionskurs gegangen seien – auch im Hinblick auf die in Kürze fallenden Milchquoten. Wohl niemals zuvor sei die Investitionstätigkeit in neue Ställe so groß gewesen. Dazu trage auch der steigende Milchpreis bei. Früher hätten Betriebe mit 100 Kühen als sehr groß gegolten. Heute gebe es immer mehr mit 200 oder gar 250 Tieren, sagte Zingel.

Von den 99 368 Zuchtrindern, die 2010 in rund 40 Staaten exportiert wurden, sind rund 80 000 (der im Nordwesten besonders verbreiteten) Holsteins, erläuterte Zingel. Die bei der ADR-Tagung gastgebende WEU habe dazu 7000 Tiere beigetragen.

Bei der Jahrestagung sei es vor allem um weiteren Harmonisierungsbedarf des Handels in Europa gegangen, etwa bei den Grenzformalitäten. Die 120 Tagungsteilnehmer hätten rund 100 Basisorganisationen repräsentiert. Die Zucht-Szenerie in Deutschland sei äußerst vielfältig. So seien allein 20 Rasseverbände in Bad Zwischenahn dabei gewesen – bis hinunter zu den Zwergzebu-Züchtern, die in Deutschland gerade auf 100 gehaltene Tiere kämen.

Rüdiger zu Klampen
Rüdiger zu Klampen Wirtschaftsredaktion (Ltg.)