VECHTA - Klaus Gräfe, Roland Zerhusen und Franz Meyer sind die Gewinner des Unternehmerpreises Oldenburger Münsterland 2010. Bei der feierlichen Übergabe im Rahmen des achten Unternehmerabends Oldenburger Münsterland war die festlich geschmückte Aula der Universität Vechta am Freitagabend mit 349 Gästen restlos ausgebucht.
Den Preis für sein unternehmerisches Lebenswerk, die fm Büromöbel GmbH & Co. KG, nahm Franz Meyer aus Bösel aus der Hand des Präsidenten der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer, Dr. Karl Harms, entgegen. Als Unternehmer des Jahres wurde Roland Zerhusen, Inhaber der Zerhusen Kartonagen GmbH aus Damme, geehrt. Den Preis überreichte Jan Grossarth von der Wirtschaftsredaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Als Existenzgründer des Jahres wurde Klaus Gräfe, Inhaber der Gräfe GmbH in Saterland, ausgezeichnet. Laudator war Martin Grapentin, Vorstandschef der Landessparkasse zu Oldenburg.
Eindrucksvolle Biografien
Der Präsident des Verbundes Oldenburger Münsterland, Vechtas Landrat Albert Focke, betonte in seiner Begrüßungsansprache, dass erfolgreiches Unternehmertum sich durch „eine ganz besondere, persönliche Beziehung zu seiner Firma, ihren Mitarbeitern und deren Lebensumfeld sowie seiner Gemeinde oder Stadt“ auszeichne: „Existenzgründung ist wie Verliebtsein, hieß es jüngst in der Sendung ‚Menschen bei Maischberger‘. Nun wissen wir wohl alle, dass die Verliebtheit früher oder später einem reiferen Gefühl der Liebe weicht. Diese kann einen dann allerdings weit tragen.“ Die Biografien der diesjährigen Preisträger bestätigten dies auf eindrucksvolle Weise (siehe Kasten rechts).
IHK-Präsident Harms bescheinigte Franz Meyer, mit seinem Unternehmen „einen maßgeblichen Beitrag“ zur ökonomischen Entwicklung des Oldenburger Münsterlandes geleistet zu haben. „Bildung als Schlüssel zum selbstbestimmten Leben“ habe ihn als Grundeinstellung „von klein auf geprägt“. Die Preisverleihung für das Unternehmerische Lebenswerk an Franz Meyer bezeichnete Harms als „Verbeugung vor unternehmerischem Mut, Ideenreichtum, umsichtigem Handeln und Weitsicht, vor Flexibilität und Bodenständigkeit“: „Er ist gleichzeitig die persönliche Würdigung eines Menschen und seiner Familie, die gemeinsam Werte geschaffen haben und für zukünftige Generationen bewahren.“
Bodenständige Menschen
Nach Meinung von FAZ-Wirtschaftsredakteur Grossarth liebe Roland Zerhusen, „die Bodenständigkeit der Menschen hier im Oldenburger Münsterland“, der Unternehmer des Jahres könne „nicht so viel mit ‚versnobten Yuppies‘ anfangen“. Kurzum: „Ein grundsolider Typ, ein grundsolides Geschäft.“
Die Auszeichnung als Unternehmer des Jahres würdige vor dem Hintergrund der dynamischen Unternehmensentwicklung die Inbetriebnahme eines neuen, vollautomatischen Hochregallagers und einer Versandhalle im Oktober diesen Jahres: „Der Preisträger entschied sich für die Investition mitten in der Wirtschaftskrise. Aus heutiger Sicht war das ein goldener Griff.“ Die Zerhusen Kartonagen GmbH könne ihren Kunden morgens bestellte Waren schon nachmittags anliefern.
Mehr tun als andere
LzO-Vorstandsvorsitzender Grapentin charakterisierte Klaus Gräfe als „Macher, als Mann ohne Schnörkel, von dem wir sicher noch viel hören werden“. Bei seinem Besuch in Saterland habe er einen Jungunternehmer kennengelernt, der „im Neuen immer zuerst die Chancen und nicht das Risiko“ sehe und „gewohnt ist mehr zu tun als andere“. Nur so sei auch zu verstehen, dass er 2008 „trotz des stürmischen Umfeldes“ den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt habe.
„Auf den ersten Blick vielleicht kein wirklich gutes Umfeld für ein solches Vorhaben, aber die Chance hat sich für ihn ergeben, und er hat sie ohne zu zögern ergriffen. Der Erfolg gibt ihm Recht, und die heutige Auszeichnung ist zusätzlicher Ansporn, seinen Weg unbeirrt weiterzugehen.“
