VECHTA - „So zu schießen, ist für mich ungewohnt“, sagt Christina Biesenbach aus Kürten-Dürscheid. Sie ist eine von insgesamt zwölf Schützenschwestern, die gegen 100 Männer antritt. Angestrichen muss sie hier im Wettkampf treffen. Das bedeutet, dass das Gewehr auf das Handgelenk gelegt wird. Wobei sich die Hand an einer Stange festhält. Ohne sich an der Brüstung anzulehnen, gilt es die Balance zu halten und die sichere Zehn zu treffen. Üblicherweise schießen die Senioren „angestrichen“. Jüngere Schützen dürfen die Waffe auflegen.

„Es gibt immer einen Sieger“. Ralf Heinrichs, Bundesgeschäftsführer der Historischen Deutschen Schützenbruderschaft (BHDS) war sich am Sonnabend ganz sicher. Und er sollte recht behalten. Schließlich war das 68. Bundesfest am Wochenende in Vechta minuziös geplant. Bereits um 17 Uhr hieß es im Programm: Proklamation der neuen Bundes- und Diözesanmajestäten auf dem Zitadellenplatz. Hochmeister Hubert Prinz zu Sayn-Wittgenstein hatte sie alle auf seinem Zettel. Neuer Bundesmeister wurde mit 28 Ringen und einem Teiler von 2158 Tausendstel Klaus Wittlich von der Sankt Hubertus Bruderschaft Kurtscheid. Als Bezirkskönig des Bezirksverbandes Wied, Diözesanverband Trier, war er einer von insgesamt 112 Bewerbern. Der 43-Jährige wird gemeinsam mit seiner Frau Sabine für ein Jahr die Schützen des BHDS regieren.

Des Weiteren wurden die Diözesankönige ermittelt: In der Diözese Aachen regiert Sebastian Heeren (Simmerath) mit 28 Ringen. Die Diözese Essen der mit 78 Jahren älteste König Joachim Richter aus Duisburg. Er ließ seine Kontrahenten mit 15 Ringen hinter sich. In der Diözese Köln schoss Walter Honerbach 28 Ringe und siegte. In der Diözese Münster erreichte Manfred Wenzel mit 27 Ringen die Siegerurkunde. Für die Diözese Paderborn siegte der Britische Soldat Blu Stuart Smith mit 28 Ringen. Und Uwe Walkenbach erreichte mit 26 Ringen die Königswürde für die Diözese Trier.