VECHTA/WILHELMSHAVEN/OLDENBURG - Die Behörden warnen vor Tücken der Zahlen. Der Anteil der Langzeitarbeitslosen ist hoch.
Von Rüdiger zu klampen
VECHTA/WILHELMSHAVEN/OLDENBURG - Am Arbeitsmarkt im Nordwesten sind Frühlingsboten zu erkennen. Die Zahl der Arbeitslosen sank im Oldenburger Land im März auf 58 033. Das waren 2267 weniger als im Wintermonat Februar. Und es waren 7614 weniger als vor einem Jahr. Das ergibt sich aus den Berichten der Agenturen für Arbeit in Oldenburg, Vechta und Wilhelmshaven.Sehr dynamisch kam das Oldenburger Münsterland aus dem Winter heraus. Im Bezirk der Agentur Vechta, zu der Nebenstellen in Cloppenburg und Friesoythe gehören, wurden Ende März 13 291 arbeitslose Menschen gezählt – 590 weniger als im Vormonat und 1065 weniger als vor einem Jahr. Der Rückgang im Jahresvergleich – um 7,4 Prozent – ist besser als in Niedersachsen insgesamt (minus 6,9 Prozent). Die Arbeitslosenquote sank auf 8,7 Prozent (Vormonat: 9,1 Prozent, vor einem Jahr 9,6 Prozent), das ist der niedrigste Wert in Niedersachsen. In „saisonbeeinflussten Berufen wie Gärtner, Schlosser, Bauberufe und Tischler“ gab es 21,9 Prozent weniger Arbeitslose als im März 2005. In Hotel- und Gaststättenberufen ergab sich dagegen Stagnation.
Im Bezirk der Agentur für Arbeit Wilhelmshaven – mit Nebenstellen in Jever und Varel – sank die Zahl der Arbeitslosen von Februar auf März um 472 auf 11 867. Das waren zugleich 2575 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 14,1 (Vormonat: 14,6) Prozent. Vor einem Jahr hatte sie bei 16,9 Prozent gelegen. Der Anteil der Langzeitarbeitslosen im Küstenraum beträgt 43,4 Prozent. Insgesamt konnten gut fünf Prozent mehr Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit beenden als vor einem Jahr.
Die Agentur für Arbeit in Oldenburg – mit Nebenstellen in Bad Zwischenahn, Brake, Delmenhorst, Nordenham und Wildeshausen – meldet für März 2006 32 875 Arbeitslose. Das waren 1205 weniger als im Februar und 4074 weniger als im März 2005. Die Arbeitslosenquote sank auf 11,4 Prozent (Vormonat: 11,8 Prozent, vor einem Jahr 12,8 Prozent).
In Niedersachsen sank die Zahl der Arbeitslosen im März um 13 234 auf 459 454. Das waren zugleich 28 812 bzw. 5,9 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stellte sich auf 11,7 (vor einem Jahr: 12,4) Prozent.
Für das Land Bremen wurden gestern 50 110 Arbeitslose gemeldet – nur 392 weniger als im Februar, aber 6745 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote ergab 15,8 (vor einem Jahr: 17,8) Prozent.
Das Landesarbeitsamt in Hannover verweist auf „statistische Effekte“ durch die Wirkungen des Reformpakets „Hart IV“ vor einem Jahr. Es sieht keine allgemeine Besserung am Arbeitsmarkt.
