Berlin - Das Fahrrad setzt sich nach Einschätzung der Radlobby in Deutschland als Alltagsverkehrsmittel zu langsam durch. Der Anteil des Rades an der gesamten Verkehrsleistung liege seit den 80er Jahren mehr oder weniger stabil bei drei Prozent, sagte der Bundesgeschäftsführer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs, Burkhard Stork, am Dienstag in Berlin.

„Da hat sich fast nichts bewegt. Wir sehen den massenhaften Durchbruch des Radverkehrs nicht“, fügte er hinzu. „Dass es in Berlin und anderen Städten in manchen Vierteln nach viel mehr Radverkehr aussieht, täuscht über das Gesamtbild hinweg.“

Der Anteil der einzelnen Wege, die mit dem Fahrrad gemacht werden, habe sich von 10,0 Prozent im Jahr 1999 auf 13,2 Prozent im Jahr 2014 erhöht. Doch auch das sei viel zu wenig, damit das Rad den Anspruch erfüllen könne, einen bedeutsamen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Das Hauptproblem sei, dass rund die Hälfte der Radfahrer sich im Straßenverkehr nicht sicher fühlten.

Rund 300 Branchenexperten waren am Montag und Dienstag in Berlin zum Kongress Vivavelo zusammengekommen. 2015 wurden in Deutschland rund 4,35 Millionen Fahrräder, darunter rund eine halbe Million Elektro-Bikes, verkauft – 6,6 Prozent mehr als im Vorjahr.

In der deutschen Fahrradwirtschaft arbeiten rund 278 000 Menschen, der Jahresumsatz lag nach Branchenangaben bei 16 Milliarden Euro.