Ocholt - Der kleine Niklas (7) aus Augustfehn ist ein großer Fan von Eisenbahnen. Er sowie weitere Interessierte nutzten den „Tag der offenen Tür“ im Ocholter Lokschuppen, um einen Blick unter die Haube der rollenden Kolosse zu werfen. Zum 25-jährigen Bestehen konnten die Besucher den gesamten Fahrzeugpark des Vereins Museumseisenbahn Ammerland-Barßel-Saterland besichtigen und sich über PS-Stärken, Alter und technische Ausstattung informieren. Auch Mitfahrten im Führerstand wurden angeboten.
So manch einer hatte da den Wunsch, vielleicht selbst einmal das „Steuer“ zu übernehmen. Doch dafür benötigt man eine profunde Ausbildung, wie Andree Volders aus Emden weiß, der als Berufsschullehrer selbst Lokführer mit ausgebildet hat. So seien es in der Regel Berufseisenbahner, die während ihres Urlaubs oder in ihrer Freizeit für die Museumseisenbahn im Einsatz sind.
Auch er engagiert sich seit rund zehn Jahren im Verein. „Ich finde das System Eisenbahn grundsätzlich spannend. Besonders reizvoll ist es natürlich, wenn es sich um ältere Modelle handelt. Und ich finde: Es muss nicht immer Dampf sein, auch Diesel ist interessant“, erklärt er, während er die Schmierung der Rollenketten des „Barßeler Jan“ überprüft. Die Lokomotive ist regelmäßig zwischen dem Ammerland und Saterland mit den angekoppelten „Donnerbüchsen“ unterwegs. Zum Fuhrpark des Vereins gehört außerdem noch ein dreiteiliger Schienenbus.
Schon von Kindesbeinen an interessiert sich Heinz Niebuhr für Eisenbahnen. „Das habe ich in die Wiege gelegt bekommen. Mein Vater war Lokomotivführer“, erzählt der Oldenburger. So habe er bereits als Knirps mit auf der Dampflok gestanden und gestaunt. Später habe er eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker gemacht und sich auf Eisenbahnen spezialisiert. Im Bremer Ausbesserungswerk sei so manche Eisenbahn durch seine Hände gegangen, sagt er.
Vor etwa acht Jahren habe er alte Uniformen seines Vaters zu einem Museumseisenbahn-Verein bringen wollen und sei nach Ocholt gekommen. „Da wurde gerade ein Motor vom Schienenbus zerlegt, und ich habe mich der Sache angenommen. Seitdem bin ich im Verein“, erzählt er schmunzelnd.
So gar nicht vom Fach ist Vereinsvorsitzende Sabine Trumpf, die 2007 an die Spitze gewählt wurde. „Ich wollte mich ehrenamtlich engagieren“, erzählt sie. „Aber auch in einem Museumseisenbahn-Verein braucht man Leute, die organisieren oder sich um Fahrgäste kümmern. Deshalb freuen wir uns über jeden, der uns im Verein unterstützt.“
