Helena Meisner will sich mit der Situation nicht länger abfinden. Sie möchte, dass die Stadt Abhilfe schafft.
Von Manon Garmsund Jens Milde
Esenshamm
Helena Meisner ist ratlos. Seit acht Jahren wohnt die junge Frau mit ihrer Familie an der Alten Heerstraße in Esenshamm – direkt hinter einer scharfen Kurve. In diesen acht Jahren sind fünf Autos im Garten der Familie gelandet und haben jedes Mal eine Verwüstung angerichtet. „Einmal ist ein Wagen sogar gegen unser Auto gefahren, das auf dem Hof stand. Der Schaden lag bei 10 000 Euro“, sagt Helena Meisner erbost.Inzwischen lässt sie ihre dreijährige Tochter Leonie nur noch ungern vor dem Haus spielen. „Zwar wurde bisher glücklicherweise niemand verletzt, aber das heißt ja nicht, dass es nicht doch einmal passieren kann“, sagt die junge Mutter.
Der jüngste Unfall ereignete sich im Juni. Da beschloss Helena Meisner zu handeln. Sie wandte sich an die Stadt Nordenham. Eine Woche nachdem die Esenshammerin um Hilfe gebeten hatte, stellte die Stadt an der Alten Heerstraße ein Geschwindigkeitsmessgerät auf. Seitdem hat Helena Meisner allerdings nichts mehr gehört. „Ich weiß wirklich nicht mehr, was ich noch machen soll“, sagt sie resigniert.
Die Tempo-Messungen im nördlichen Bereich der Alten Heerstraße, der mit 100 Stundenkilometer befahren werden darf, hat die Stadtverwaltung veranlasst, wie der Verkehrssachbearbeiter Hergen Hadeler auf Nachfrage mitteilte. Die Auswertung sei noch nicht abgeschlossen. Grundsätzlich gebe es zwei Möglichkeiten, die Situation auf der Straße zu entschärfen: eine Schutzplanke und ein Tempolimit.
Nach den Worten von Hergen Hadeler gibt es für das Anbringen einer Schutzplanke Vorschriften. „Wenn wir die einhalten wollen, dann müssten wir allerdings die Grundstücksauffahrt von Frau Meisner zubauen.“ Eine Verringerung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 100 auf 70 km/h werde geprüft. Nach den Worten von Hergen Hadeler sprechen die bislang vorliegenden Daten der Tempomessung nicht unbedingt dafür, dass eine solche Maßnahme sinnvoll ist. Die Autos fahren in dem Bereich zwischen 40 und 70 km/h. „Viel schneller geht’s auch nicht. Es gibt nur ganz wenige Ausreißer nach oben.“
Hergen Hadeler zeigt Verständnis für den Unmut der Anwohnerin. Er weist aber auch darauf hin, dass bei der Polizei nicht fünf, sondern nur zwei Unfälle bekannt sind. „Wir sind gezwungen, objektiv und sachlich zu entscheiden“, betont der Verkehrssachbearbeiter. Bei der nächsten Verkehrsschau will er den Bereich noch einmal mit Vertretern der Polizei und des Straßenbauamtes in Augenschein nehmen. Grundsätzlich gelte, Verkehrsschilder nur dort aufzustellen, wo sie sinnvoll sind. Ein Restrisiko für Menschen, die an viel befahrenen Straßen wohnen, könne nicht völlig ausgeschlossen werden.
